Dieser DDR-Klassiker fährt ohne Sprit: Dresdens Strom-Trabi im Verkehrsmuseum
Dresden - Zurück in die Zukunft: Das Verkehrsmuseum hat ein neues altes Exponat in seinen Reihen - einen Trabant P 601 Limousine, Baujahr 1988. Das Besondere: Der Trabi fuhr 100 Prozent elektrisch. Mit Netzstecker im Kofferraum und Solarplatten auf dem Dach.

Der Dresdner Chemiker Dieter Schulze (schon verstorben) rüstete bereits Ende der 1960er eine Kult-Karosse auf E-Antrieb um.
Ziel: schneller und günstiger als mit der Straßenbahn auf Arbeit kommen. Mit Erfolg! Gerade mal acht Mark an Stromkosten blechte der Bastler im ersten Betriebshalbjahr, deutlich günstiger als die Bahn.
Das "Gespensterauto von Hellerau" glitt lautlos über die holprigen DDR-Straßen, wofür es seinen gruseligen Spitznamen aus der Nachbarschaft bekam.
Mit Skistöcken statt Stoßstange (aus Gewichtsgründen) schaffte es der E-Trabi auf 40 Kilometer bei Sonne.


"Ich wollte es erst nicht wahrhaben", erinnert sich Witwe Walburg Schulze (88). "Aber tatsächlich: Ich fuhr ihn täglich damit um 6.30 Uhr zu seiner Arbeit an der Hochschule für Verkehrswesen."
Titelfoto: Ove Landgraf