Wirbel um Windrad-Pläne in der Dresdner Heide
Dresden - Die Dresdner Heide - Naturschutzgebiet, Naherholung, Stadtwald. Ausgerechnet hier könnten die ersten Windräder der Stadt errichtet werden. Doch auch östlich des höchsten Stadtbergs und am Helmholtz-Zentrum Rossendorf sind die Anlagen geplant - trotz Ablehnung durch den Stadtrat.
"Wir als Forstbetrieb sind strikt gegen die Errichtung der Anlagen, gerade in einem so sensiblen Waldgebiet", sagt der Direktor des Forstbezirks Heiko Müller (60) zu TAG24. "Die Heide ist eine Oase für die Menschen", die zu schützen sei.
Zur Erinnerung: Bis 2032 müssen zwei Prozent Sachsenland per Bundesgesetz für Windmühlen her.
Der Planungsverband Oberes Elbtal hat dafür einen Regionalplan aufgestellt und darin auch Vorranggebiete festgeschrieben, die in Wirtschafts- und beschädigten Waldflächen geplant werden dürfen.
Der Borkenkäfer schädigte die Heide unterhalb der Kreuzung Langebrücker/Radeberger Landstraße. Somit sollen dort auf einer Fläche von fast 112 Fußballfeldern Windräder entstehen.
Doch damit nicht genug: Auch im Schönfelder Hochland östlich des Triebenbergs sollen Anlagen (Referenzgröße: 300 Meter!) auf gut 50 Hektar errichtet werden.
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Nicht nur Windräder schaden dem Wald
Stadtrat Stefan Engel (33, SPD) sitzt im Verband: "Bei den ausgewiesenen Flächen handelt es sich um Gebiete, in denen es überhaupt möglich ist, Windräder zu errichten." Ob diese wirklich genutzt werden, "muss sich noch zeigen".
Man könne sicher über einzelne Standorte diskutieren.
Etwas, was der Forstdirektor dringend empfiehlt: "Auf allen Flächen in der Heide, die dem Käfer zum Opfer gefallen sind, wächst eine neu begründete Generation Mischwald."
Und nicht nur Windräder schaden dem Wald: Allein für Wege und Zufahrten müssten meterweise Schneisen ins Landschaftsschutzgebiet gezogen werden, so Müller, "ganz zu schweigen der richtigen Befestigung des Fundaments ..."
Für Stadtrat Holger Zastrow (57) ist klar: "Das darf das nicht passieren." Seine gleichnamige Partei startet heute eine Petition. Der Stadtrat habe bereits zweimal Windräder im Stadtgebiet abgelehnt.
Das gelte für Heide wie "Elblandtoskana" Schönfelder Hochland, das mit dem Triebenberg die höchste Erhebung der Stadt beheimatet. Engel entgegnet, "für ein pauschales Windkraft-Verbot in Dresden gibt es keine Rechtsgrundlage."
Das hatte das Infrastrukturministerium klargestellt. Stimmt das, drehen sich bald Windräder in der Heide.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Rupert Oberhäuser, Regionaler Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge

