Ein schlechter Eindruck bleibt - Kommentar zum Dresdner Asbest-Skandal

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Dresden - Der fragwürdige Umgang des Rathauses mit der Beseitigung der asbesthaltigen Brandreste in Strehlen wird sich künftig hoffentlich so nicht wiederholen. Lange sahen Ämter untätig zu, wie sich die asbesthaltigen Brandreste der alten Dachplatten im Umfeld verteilen konnten.

Infolge eines Barackenbrands an der Caspar-David-Friedrich-Straße im Dresdner Stadtteil Strehlen waren mehrere Asbest-Dachplatten freigelegt worden. Erst nach Wochen wurden die Brandreste mit einer Plane überdeckt.
Infolge eines Barackenbrands an der Caspar-David-Friedrich-Straße im Dresdner Stadtteil Strehlen waren mehrere Asbest-Dachplatten freigelegt worden. Erst nach Wochen wurden die Brandreste mit einer Plane überdeckt.  © Ove Landgraf

Menschen und Radler liefen und rollten über Bruchstücke mit teils sichtbar frei liegenden Asbestfasern, riskierten damit eine Freisetzung der krebserregenden Giftstoffe.

Trotz naher Kita und Arztpraxen war der anliegende und mehrfach kontaminierte Gehweg teils gar nicht oder nur mit Flatterband ohne Asbest-Warnung abgesperrt, was viele Passanten aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ignorierten.

Auch der Umgang mit Warnungen von Bürgern macht nachdenklich. Wenn sich Menschen zu Recht Sorgen um ihre Gesundheit machen, sich aber vor Ort dennoch nichts tut, Nachfragen als "Belästigung" abgewatscht werden, dann sagt das mehr aus als die mehrfach wiederholten Aussagen der Pressestelle: Die Stadtverwaltung nehme die Sorgen "natürlich ernst".

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Der nachsichtige Umgang mit dem zuständigen Eigentümer, bei dem man lange kein "grundsätzliches Zögern" feststellen konnte, erscheint jetzt in neuem Licht. Obwohl die Verwaltung immer wieder betonte, in "engem Kontakt" mit der Immobilienfirma zu stehen, deren Abläufe und Zeitschiene für "plausibel" befand, mussten die Ämter schließlich Fristen setzen, die teils verstrichen.

TAG24-Chefreporter Hermann Tydecks.
TAG24-Chefreporter Hermann Tydecks.  © Eric Münch
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Von Zwangsmitteln sah man dennoch ab. Stattdessen bewilligte man den Bau von Gebäuden. Damit entsteht der Eindruck, man habe es sich mit dem Investor, der sich endlich um den seit Jahren unberührten Schandfleck kümmern will, einfach nicht verscherzen wollen - zum Leidwesen der Anwohner.

Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf, Eric Münch

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