"Ermüdungsrisse" beim TÜV entdeckt: XXL-Reparatur verzögert Rückkehr der Autofähre

Dresden - Sie ist seit mehr als 300 Jahren eine der wichtigsten Elbquerungen der Stadt: Die traditionsreiche Fährverbindung zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz wird von den Anwohnern heiß geliebt. Doch der jüngste Schiffs-TÜV entwickelte sich zu einer größeren Geduldsprobe als gedacht.

Aktuell ist die Fähre noch komplett ins Gerüst gehüllt. Das soll sich Anfang nächster Woche ändern.  © Petra Hornig

Alle fünf Jahre muss Dresdens einzige Autofähre (Baujahr 1995) zur gesetzlichen Landrevision auf die Werft. Als der Dampfer aus dem Wasser gehoben wurde, kam der wahre Zustand zum Vorschein.

"Das Schiff hatte Ermüdungsrisse – quasi wie die Falten beim Mensch im Gesicht", beschreibt Robert Roch (55), Geschäftsführer der DVB-Tochter DVS, die Verschleißerscheinungen.

Das Problem: Die Fähre schuftet täglich 16 Stunden durch, bringt im Schnitt 1350 Fahrgäste, 340 Fahrräder und 110 Autos über den Fluss. "Da ist im Alltag keine Wartung in dem Sinne möglich", erklärt Werkstattleiter Dirk Reibold (44).

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Bei der Inspektion kam heraus: Die Profilstärke der Landeklappen, also der Rampen zum Auffahren, war bereits so dünn, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich war.

Deshalb gab es in den vergangenen Wochen das volle Handwerker-Programm: Der Rumpf wurde komplett sandgestrahlt, also umfangreich gereinigt. Dazu wurde der Unterboden an den Rissen verschweißt, die Elektrik erneuert und frische Hydraulikschläuche eingebaut.

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Die Fähre soll dann pünktlich zum Elbhangfest wieder fahren.  © imago/Hanke
Karl Schütze (23) überprüft sogar den Scheibenwischer, während seine Kollegen mit Streichen und Schrauben beschäftigt sind.  © Petra Hornig
Werkstattleiter Dirk Reibold (44) hat die vergangenen Wochen mit seinem Team ordentlich anpacken müssen.  © Petra Hornig

Neubau der Autofähre stand nicht zur Debatte

Nicht nur das Äußere wird geprüft, auch im Innenraum wird alles instandgesetzt.  © Quinten Scholz

Bis zu zwölf Mann und Spezialfirmen packten gleichzeitig an. Eigentlich wollte man am Montag schon wieder fahren, doch Reibold stellt klar: "Aufgrund der umfassenden Arbeiten hat sich die Standzeit auf der Werft verlängert. Aber Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit."

Rund 100.000 Euro kostete die Verjüngungskur. Gut angelegtes Geld, denn ein Neubau stand nicht zur Debatte. "Vorhandene Ressourcen sollen so lange wie möglich nachhaltig und wirtschaftlich genutzt werden", so Roch.

Für die Zukunft halten sich die Verkehrsbetriebe aber alle Optionen offen: Bei einer der nächsten Landrevisionen soll untersucht werden, welche Möglichkeiten eine spätere Umrüstung auf alternative und elektrische Antriebssysteme bieten könnte.

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Jetzt läuft der finale Countdown für die Rückkehr: In den nächsten Tagen bekommt die Fähre ihren Endanstrich und die Werbung wird aufgeklebt. Wenn alles glattgeht, fährt die "Schloßfähre" ab nächster Woche Donnerstag wieder regulär.

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