Es werden immer mehr: Dutzende Nutrias leben an der Kiesgrube Leuben!

Dresden - Obwohl es zum Baden noch zu kalt ist, herrscht an der Kiesgrube Leuben derzeit reger Betrieb. Und das sowohl am als auch im Wasser.

Von den Menschen am See lassen sich die Nager nicht stören.
Von den Menschen am See lassen sich die Nager nicht stören.  © Thomas Türpe

Der Grund sind die putzigen kleinen Bewohner, die sich seit einiger Zeit dort breit machen. Dabei sind sie eigentlich in Südamerika zu Hause...

Gemeint sind die Nutrias, von denen es sich Dutzende an dem Gewässer gemütlich gemacht haben. Bis zu 30 Tiere auf einmal haben Anwohner bereits gesichtet. Und das ist nicht besonders schwer.

Denn die Nager sind teilweise ziemlich zutraulich und lassen sich füttern. Bereitwillig holen sie sich die Salatblätter, die Anwohner ihnen vorbeibringen. Ein wahres Schlaraffenland, denn die Tiere haben hier keine wirklichen Feinde.

Genau das könnte allerdings zum Problem werden. "Die Nutria gehört zu den invasiven Arten und ist in der Lage, ein Ökosystem zu schädigen", warnt Matthias Jentzsch (58), Professor für Biodiversität und Naturschutz an der HTW Dresden.

Durch ihre metertiefen Baue können sie außerdem an Dämmen und Deichen erhebliche Schäden anrichten. Deshalb warnt er vor falsch verstandener Tierliebe.

Die Nutrias am Kiessee Leuben sind mittlerweile ziemlich zutraulich.
Die Nutrias am Kiessee Leuben sind mittlerweile ziemlich zutraulich.  © Thomas Türpe
Die Kiesgrube ist eine beliebte Badestelle für die Anwohner und seit einiger Zeit auch Heimat von Nutrias.
Die Kiesgrube ist eine beliebte Badestelle für die Anwohner und seit einiger Zeit auch Heimat von Nutrias.  © Thomas Türpe
Die Nutria lässt sich ein Salatblatt schmecken.
Die Nutria lässt sich ein Salatblatt schmecken.  © Thomas Türpe
Aus falsch verstandener Tierliebe füttern manche Anwohner die Nutrias.
Aus falsch verstandener Tierliebe füttern manche Anwohner die Nutrias.  © Thomas Türpe

Begegnung mit Nutrias kann schmerzhaft enden

Biologe Matthias Jentzsch (58) von der HTW Dresden.
Biologe Matthias Jentzsch (58) von der HTW Dresden.  © privat

Denn so können aus wenigen Tieren schnell sehr viele werden. "Nutrias können zwei- bis dreimal im Jahr jeweils fünf bis zwölf Junge bekommen."

Wenn man den Nutrias zu nah kommt und sie sich bedroht fühlen, kann die Begegnung auch schmerzhaft enden. "Die wissen sich zu wehren. In Leipzig wurden schon Hunde gebissen", sagt Jentzsch.

Bislang keine Probleme mit den Nutrias haben die Laubenpieper in der benachbarten Kleingartenanlage.

"Uns haben sie noch nicht geärgert. Das machen nur die Wildschweine", sagt Vereins-Chef Thomas Fischer.




Titelfoto: Thomas Türpe

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