Für Dresdens neue Radroute: Dutzende Parkplätze verschwinden

Dresden - Angespannte Stimmung in Tolkewitz. Für die sogenannte Radroute Ost sollen auf einem Abschnitt der Kipsdorfer Straße Dutzende Parkplätze verschwinden. Die Suche nach einem Stellplatz wird künftig länger dauern, räumt das Rathaus ein. Bei einer Bürgerversammlung regte sich Protest.

Zugunsten der Fahrradstraße entfallen 68 Parkplätze, erklärte Sachbearbeiter Heiko Ziesch (61) bei der Bürgerversammlung.  © Steffen Füssel

Die Radroute ist eine Aneinanderreihung von Fahrradstraßen, auf denen Radler Vorrang haben - von der Innenstadt bis Tolkewitz. Noch fehlt der letzte, knapp ein Kilometer lange Abschnitt auf der Kipsdorfer Straße (von der Altenberger Straße bis zum Schulcampus). Hier können aktuell 139 Autos am Straßenrand parken.

Nicht mehr lange! Denn ab August entsteht für knapp eine Million Euro auch hier eine Fahrradstraße.

Um geforderte Abstände einzuhalten, müssen dafür auf einer Straßenseite "68 Parkstände entfallen", erklärte jetzt Sachbearbeiter Heiko Ziesch (61) vor Anwohnern in Tolkewitz. "Es ist schon davon auszugehen, dass die Suche nach einem freien Parkstand dann etwas länger dauert."

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Auf den frei werdenden Flächen sollen Markierungen angebracht werden, sogenannte "Dooring-Streifen", die verhindern sollen, dass Radfahrer von Autotüren erfasst werden.

Sachbearbeiterin Jana Schenk (46): "Gerade diese Dooring-Unfälle haben zugenommen, und dem müssen wir uns stellen."

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Die Radroute Ost entsteht seit 2022 abschnittsweise, hier zu sehen der Bereich Junghansstraße/Ecke Glashütter Straße.  © Petra Hornig
Anwohnerin Karin Schiffel (84) verärgert die sich noch verschärfende Parkplatznot.  © Steffen Füssel

Protest kommt von den Auto fahrenden Anwohnern

"Autofahrer sind sich ihrer Privilegien nicht bewusst", sagt Radfahrer Clemens Wagenbrett (41).  © Steffen Füssel

Nicht alle Anwohner sind einverstanden. "Mir fällt zunehmend das Laufen schwer. Da ist man froh, einen Parkplatz vor der Haustür zu haben", sagt etwa Katrin Schiffel (84), die seit 1970 an der Kipsdorfer wohnt.

"Ich kaufe auch gerne mal einen Kasten alkoholfreies Bier. Wie soll ich den künftig transportieren?"

Ein Rentner meint: "Für Radfahrer wird viel gemacht, für behinderte Personen nichts!" Wer eine Behinderung habe, sei schlichtweg darauf angewiesen, in der Nähe einen Parkplatz zu finden.

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Von Radfahrern kam dagegen Zuspruch. "Ich habe wegen der Anbindung an die Radroute eine Wohnung gekauft", sagt Martin Reiner (48).

Clemens Wagenbrett (41) aus der Neustadt: "Autofahrer sind sich ihrer Privilegien nicht bewusst. Es gibt kein Anrecht auf einen Parkplatz."

Bis März 2027 soll das letzte Stückchen Radroute auf der Kipsdorfer Straße fertig werden. Auf einer Straßenseite entfallen dann fast alle Parkplätze.  © Norbert Neumann
Unachtsam geöffnete Autotüren sind gefährlich für Radfahrer, auf der Kipsdorfer Straße entstehen daher "Dooring-Streifen".  © IMAGO/Funke Foto Services

Dilemma auf der Kipsdorfer Straße: Sicherheit für Radfahrer oder Parkplatz vor der Haustür

Die einen können nicht aufs Auto vor der Haustür verzichten, die anderen hoffen auf mehr Sicherheit beim Radfahren. Das Dilemma: Die Kipsdorfer Straße ist zu schmal, um alle Wünsche zu erfüllen.

"Wir wollen das Leben für Mobilitätseingeschränkte keineswegs schlechter machen. Bei jedem Umbau denken wir Verbesserungen mit", betont Jana Schenk aus dem Straßen- und Tiefbauamt. So werde man auch an der Kipsdorfer Straße neue Gehwegnasen mit Bordabsenkungen schaffen und das Blindenleitsystem nachrüsten. Doch das Park-Problem bleibt ...

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