Dresden - Nach jahrzehntelangem Verfall will die Stadt ein früher als Heilanstalt genutztes Gebäude-Ensemble an der Löbtauer Straße wiederbeleben. Das frühere Siechen- bzw. Bettenhaus soll von einem Dresdner Bauunternehmen saniert werden, das dort anschließend auch Wohnungen einrichten will.
"Asyl für Sieche": Ab 1860 entstanden auf dem weiträumigen Areal Pflegehäuser im sogenannten Pavillonstil. Später wurde das städtische Irren- und Siechenhaus als Krankenhaus genutzt.
Mit der Zeit wurden viele Gebäude saniert, heute sind auf dem Areal Grundschule, Kindergarten und städtisches Pflegeheim (117 Bewohner) ansässig.
Für das frühere "Bettenhaus" und ein angrenzendes Funktionsgebäude (einst auch Gaststätte mit Feiersaal) fand sich jedoch keine Nutzung mehr, sie verfielen nach der Wende zusehends. Nach jahrelanger Suche hat die Stadt für das denkmalgeschützte Areal mit dem Gebäude-Ensemble nach Konzeptausschreibung für eine Erbpacht jetzt einen Investor gefunden.
"Wir planen um die 40 kleinere Wohnungen, im Erdgeschoss könnten Proberäume für Musiker und Werkstätten entstehen", sagt Peter Kadur (43), Geschäftsführer der Dresdner "KADUR Gruppe".
Frühere Heilanstalt an der Löbtauer Straße: Das soll aus dem Gebäude werden
Mit schallabsorbierenden Räumen will der Bauunternehmer Rücksicht auf die älteren Nachbarn des Seniorenheims nehmen und insgesamt "viele Millionen Euro" investieren.
Im früheren Funktionsgebäude soll Gewerbe (etwa medizinische Labore) unterkommen. An einem Eckgrundstück soll zudem noch ein Neubau entstehen. Der Bauausschuss muss das noch absegnen.
"So schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des Areals und neue Angebote für Wohnen, Gewerbe sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft", dankte Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) dem Investor.