Dresden - Ob Fensterrahmen nach historischem Vorbild oder Fachwerk in alter Lehmtechnik restaurieren: Am Donnerstag präsentierten Freiwillige aus dem Sozialen Jahr (FSJ) der Sächsischen Jugendbauhütte vor dem Kulturpalast, wie viel Spaß Denkmalpflege machen kann.
Dem Motto des Aktionstags "Junge Hände für alte Wände" entsprechend bauten die Freiwilligen mit den traditionellen Handwerkstechniken Handhobel, Holzklötze und Schäleisen ein Wikingerschach.
Dass Handwerk nicht nur für Männer gedacht ist, beweist Greta Schemberg (19): "Ich wünsche mir mehr Frauen im Handwerk und dass dieses Schubladendenken endlich aufgebrochen wird." Bevor sie sich für eine Ausbildung entscheidet, wollte sie "realistische Einblicke bekommen".
Für Bruno Sprinz (19, FSJ) war es nach dem Abitur schwierig, sich sofort für einen Beruf zu entscheiden: "Meine Mutter hatte mir dann vorgeschlagen, doch das FSJ auszuprobieren."
Nach einem Gespräch mit Projektleiterin Anne Lißner (27) wusste er, dass es für ihn zur Jugendbauhütte gehen wird.
Junge Erwachsene sollen beim FSJ in die Denkmalpflege schnuppern
"Ich mach’ gern Sachen mit Holz, auch weil mein Opa eigentlich immer was damit gemacht hat", so Bruno.
Denkmalpflege liegt ihm dabei besonders am Herzen: "Es ist wichtig, dass Denkmäler erhalten bleiben. Wir wohnen im Rittergut Riesa und hier finde ich es total spannend, die Historie nachzuvollziehen." Denn eine Aufgabe der Freiwilligen ist auch die stückweise Sanierung des historischen Ritterguts.
Die Jugendbauhütten haben es sich dabei zur Aufgabe gemacht, 16- bis 26-Jährigen ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bieten, in dem sie in die Denkmalpflege schnuppern können.
"Ins Berufsleben schauen, ohne Konsequenzen zu fürchten", erklärt Projektleiterin Lißner. "Es geht um das Bewahren von Identität und darum, alte handwerkliche Techniken auszuprobieren und zu erhalten."