Lohnärger am HSK: Wie zwei Musiklehrerinnen gegen das Rathaus kämpfen

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Dresden - Am Heinrich-Schütz-Konservatorium (HSK) brodelt es gewaltig! Die zwei langjährigen Musiklehrerinnen Karin Heller (58) und Luise Härtwig (46) ziehen gegen die Stadt Dresden vors Arbeitsgericht und fühlen sich hingehalten.

Die Musiklehrerinnen Karin Heller (58) und Luise Härtwig (46) ziehen gegen die Stadt Dresden vors Arbeitsgericht.
Die Musiklehrerinnen Karin Heller (58) und Luise Härtwig (46) ziehen gegen die Stadt Dresden vors Arbeitsgericht.  © Thomas Türpe

Schon zum dritten Mal wurde ein Verhandlungstermin verschoben. Grund diesmal: Ein Richter gab an, dass seine Tochter vor zehn Jahren mit der Tochter der Verteidigerin in den gleichen Musikkurs ging. Die Stadt befürchtet Befangenheit. Nächster Prozessversuch: im November.

Rückblick: Über Jahre stellte die Stadt sehr viele HSK-Lehrer nur als Honorarkräfte an – offiziell selbstständig, faktisch aber fest eingebunden. Sozialgerichte werten das inzwischen als normale Arbeitsverhältnisse.

Seit 2024/25 sind alle Lehrer zwar angestellt, doch viele fühlen sich betrogen. "Die Lehrer sind teilweise seit 20 und mehr Jahren am Haus und sind trotzdem in eine niedrige Anfänger-Entgeltstufe eingruppiert", erklärt Anwältin Beatrix Beyerle. Auch Nachzahlungen für die Vergangenheit lehnt die Stadt bislang ab.

Dresden: Dresdner Unternehmer startet jetzt mit Künstlicher Intelligenz durch
Dresden Lokal Dresdner Unternehmer startet jetzt mit Künstlicher Intelligenz durch

Für die beiden Frauen geht es nicht nur ums Geld. "Was mir eigentlich fehlt, ist die Wertschätzung", sagt die alleinerziehende Mutter Härtwig, die seit zwei Jahrzehnten am HSK arbeitet. Sie habe jahrelang "dieses Dumping-Preissegment da mitgemacht".

"Musiklehrer bilden nicht nur Kinder aus, sie sichern auch den Nachwuchs für Dresdens Orchester, Philharmonie", findet Luise Härtwig.
"Musiklehrer bilden nicht nur Kinder aus, sie sichern auch den Nachwuchs für Dresdens Orchester, Philharmonie", findet Luise Härtwig.  © Thomas Türpe
Deine täglichen News aus Dresden

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

  • Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
  • Exklusive Hintergrundberichte
  • Jederzeit abbestellbar
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.
Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.

Unterrichtsstunden fielen komplett aus, andere wurden umverteilt

Das Arbeitsgericht Dresden.
Das Arbeitsgericht Dresden.  © Thomas Türpe

Schüler, Eltern und die betroffenen Lehrerinnen hoffen auf eine schnelle Lösung: Sie fehlen bis mindestens November, solange es keine Einigung gibt. Die Stadt lehnt ein Übergangsarbeitsverhältnis während des Prozesses ab, beide Frauen erleiden Einkommensverluste, da sie nicht arbeiten dürfen.

"Auch die Schüler hängen in der Luft", sagt Olaf Heller (60), der selbst als Lehrer am HSK tätig ist und seine schwerbehinderte Frau vor Gericht unterstützt.

Manche Unterrichtsstunden fielen komplett aus, andere wurden umverteilt. Fachbereiche seien sogar geschlossen worden, "obwohl sie Wartelisten haben". Gleichzeitig steigen die Gebühren – für viele Familien kaum noch bezahlbar.

Dresden: Plötzlich Funkstille: Deshalb waren Radio-Programme in Dresden stundenlang nicht zu hören
Dresden Lokal Plötzlich Funkstille: Deshalb waren Radio-Programme in Dresden stundenlang nicht zu hören

Auf TAG24-Anfrage zu den Vorwürfen hat sich das Rathaus zunächst nicht geäußert.

Titelfoto: Thomas Türpe

Mehr zum Thema Dresden Lokal: