Naturschutz oder Schlamperei? Treidelpfad ist völlig zugewuchert
Dresden - Früher zogen Schiffsknechte schwere Kähne am Elbufer entlang. Bis heute erinnern daran Treidelpfade. Doch die Strecke in Übigau ist völlig verwildert, kritisiert Stadtbezirksbeirat Tino Jasef (53, Freie Wähler). Das Amt verweist auf den Schutz der Biodiversität ...
Zwischen Schiffswerft und Biergarten Lindenschänke wuchern Gräser und Brombeeren. "Früher konnte man noch nebeneinander laufen, das geht inzwischen nicht mehr", ärgert sich Tino Jasef.
"Die Wurzeln drücken gegen die Wegedecke und zerstören sie langfristig. Trotzdem werden die Pflanzen nicht zurückgeschnitten."
Doch laut Helko Fröhner (54), Fachbereichsleiter Schifffahrt im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, ist dieser Zustand kein Zufall. Zum Schutz der Biodiversität würden wuchernde Pflanzen bewusst selten zurechtgestutzt.
Gesetzlich gefordert sei lediglich, die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
"Es gibt zum Erhalt des Deckwerkes ein abgestimmtes Pflegekonzept mit der Stadt Dresden, in dessen Rahmen erfolgen unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Aspekte Maßnahmen sehr restriktiv."
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Stadtbezirksbeirat Jasef wundert sich: "Wenn ich mein Grundstück nicht in Schuss halte und Grün über den Zaun ragt, kommt gleich das Ordnungsamt."
Der Treidelpfad sei ein historischer Ort und beliebter Spazierweg. "Übigau ist so ein schöner Stadtteil, aber wir werden eher stiefmütterlich behandelt."
Sein Verdacht: Das Argument mit der Biodiversität sei eine faule Ausrede, um sich nicht kümmern zu müssen.
Titelfoto: Eric Münch
