So helfen Dresdner den Erdbebenopfern: Was jetzt alles gebraucht wird!

Dresden - Nach dem Schock wächst der Wunsch zu helfen: Das verheerende Erdbeben mit Tausenden Toten in der Türkei und in Syrien stürzte ein Gebiet mit 23 Millionen Betroffenen ins Chaos. Während internationale Hilfe allmählich das Krisengebiet erreicht, gründen sich auch in Sachsen erste Initiativen.

"arche noVa"-Sprecherin Anna-Luise Sonnenberg (40)
"arche noVa"-Sprecherin Anna-Luise Sonnenberg (40)  © "arche noVa"

Für die Spezialisten des Dresdner Vereins "arche NoVa" ist es jetzt am wichtigsten, die Wasserversorgung wieder zu gewährleisten:

"Nach den schweren Erdbeben haben unsere Partnerorganisationen mit ihren insgesamt 100 Mitarbeitern sofort begonnen, Nothilfemaßnahmen im Nordwesten Syriens zu ergreifen", sagt Sprecherin Anna-Luise Sonnenberg (40).

"Dazu gehört die Verteilung von Lebensmittelpaketen, Wasser und Winterbekleidung, die aufgrund der eisigen Temperaturen dringend benötigt wird." Durch einen Spendenaufruf des Vereins kamen bislang 25.000 Euro zusammen.

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"Wir haben uns gegen Sachspenden entschieden, aufgrund des schwierigen Zugangs zu den betroffenen Gebieten und der winterlichen Witterung."

Ähnlich handhabt es die Chemnitzer Initiative "Human Aid Collective".

In einer Lagerhalle nahe der Chemnitzer Klinik Bethanien hortet die Initiative "Human Aid Collective" Sachspenden.
In einer Lagerhalle nahe der Chemnitzer Klinik Bethanien hortet die Initiative "Human Aid Collective" Sachspenden.  © Ralph Kunz
Koordinatorin Jeannette Hänel (55) zeigt einen Frachtbrief.
Koordinatorin Jeannette Hänel (55) zeigt einen Frachtbrief.  © Ralph Kunz
Ein Mitarbeiter der "arche noVa"-Partnerorganisation "Bonyan" verteilt Hilfspakete an syrische Kinder.
Ein Mitarbeiter der "arche noVa"-Partnerorganisation "Bonyan" verteilt Hilfspakete an syrische Kinder.  © "arche noVa"

Sie orientiert sich an einer aktuellen Liste des bundesweiten "Netzwerks Ziviler Krisenstab", in der Anforderungen lokaler Akteure aus der Türkei gebündelt werden.

"Dringend benötigt werden Powerbanks, Hygieneartikel aller Art, Decken, Winterkleidung ... aber möglichst nur Neuware, schon aus hygienischen Gründen", sagt Organisatorin Jeannette Hänel (55).

In Syrien zu helfen, sei deutlich schwieriger: "Momentan können wir keine Sachspenden über die Grenze bringen. Darum sind Geldspenden jetzt das Allerwichtigste, damit die Profis vor Ort kaufen können, was am nötigsten gebraucht wird."

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Aus demselben Grund sammelt auch das DRK derzeit keine Sachspenden: "Wir wollen keine Hilfswege verstopfen und unnötig Müllberge produzieren", sagt DRK-Sprecher Kai Kranich (40).

Aus dem Zentrallager in Dresden wollen die Sachsen Zelte, Schlafsäcke und Hygienepacks liefern. Sie sollen zentral von Berlin aus dem Syrisch-Arabischen und dem Türkischen Roten Halbmond zur Verfügung gestellt werden.

Als Soforthilfe spendet die Evangekirche Landeskirche Sachsen 10.000 Euro. Viola Vogel (44), Vorständin bei der Diakonie Sachsen: "Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet einen Nothilfeeinsatz vor. Ich bitte dringend um weitere Spenden für die Menschen in den Erdbebengebieten."

DRK-Sprecher Kai Kranich (40).
DRK-Sprecher Kai Kranich (40).  © Steffen Füssel
Auch Lebensmittel werden gespendet.
Auch Lebensmittel werden gespendet.  © Ralph Kunz

Hier könnt Ihr helfen!

Alle großen Hilfsorganisationen haben Spendenkonten eingerichtet. Unter "Bündnis Entwicklung Hilft" und "Aktion Deutschland Hilft" hat eine Vielzahl von ihnen ein gemeinsames Konto bei der Commerzbank eingerichtet. IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600, BIC: COBADEFFXXX. Stichwort: Erdbeben Türkei und Syrien.

Titelfoto: Ralph Kunz

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