Dresden - Nach der Vollsperrung der Brücke Budapester Straße über dem Abschnitt Ammonstraße bleibt die wichtige Querung über Umleitungsstrecken weiter befahrbar. Doch damit ist weiterer Stau in der ohnehin belasteten Innenstadt programmiert. Jetzt erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) die Problematik und wie er sie kurzfristig lösen will.
Die Brücke war 1967 wie ihre "Schwester", die Carolabrücke, mit Hennigsdorfer Stahl errichtet worden. Nach dem Einsturz der Carolabrücke wird sie dauerhaft sensorisch überwacht.
Das Problem: An zwei Stellen im Bereich zwischen Ammonstraße und dem innerstädtischen Brückenende wurde laut Rathaus "versprödeter Spannstahl" festgestellt.
Darum wurde am Freitag, 8. Mai, je eine Fahrspur gesperrt und eine Tonnagebeschränkung für Brummis ab 7,5 Tonnen (mit Ausnahme von Reise- und Linienbussen) festgelegt.
Aber: "Viele Lkws haben sich nicht daran gehalten", erklärte Kühn am Sonntag. Darum habe man entschieden, den kritischen Brücken-Abschnitt zu sperren. Es sei sonst zu riskant.
Das habe man dann kurzfristig zu Himmelfahrt mitgeteilt, allerdings nicht gänzlich klar formuliert.
Beton-Konstruktion soll Stauchaos in Dresden verhindern
Um das drohende Stauchaos in der City, insbesondere auf der Ammon- und Reitbahnstraße, einzudämmen, soll die provisorische Stützkonstruktion mit Betonplatten unter den Brückenpfeilern jetzt "innerhalb von Tagen" errichtet werden, so Kühn.
Danach könne der Verkehr wieder jeweils einspurig über die Brücke geführt werden.
Um sie wie aktuell geplant noch weitere zehn Jahre zu erhalten, muss allerdings noch die bisherige Asphaltschicht durch ultrahochfesten Beton ersetzt werden.
Das werde laut Kühn einen "hohen einstelligen Millionenbetrag" kosten - weitere ungeplante Ausgaben, die trotz Finanznot jetzt gestemmt werden müssen.