"Stehe hier als lebender Beweis": Polizist will andere Menschen zum Helfen ermutigen

Dresden - Etwa 350 Menschen erleiden in Deutschland täglich einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Meist passiert es ohne Vorwarnung - zu Hause, in der Straßenbahn, beim Einkaufen oder auch beim Sport. Unter dem Motto "Prüfen. Rufen. Drücken" möchte das Aktionsbündnis "Dresden rettet Leben" im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung deshalb für dieses Thema sensibilisieren.

Das Aktionsbündnis "Dresden rettet Leben" hatte am Dienstag seine Partner zum gemeinsamen Üben ins Deutsche Hygiene-Museum Dresden eingeladen.  © Thomas Türpe

"Ich stehe hier als lebender Beweis nach erfolgreicher Reanimation", erzählt René Heinig (53). Der Polizist war am Nachmittag des 4. Mai dieses Jahres an der Elbe walken, als er plötzlich zusammenbrach. Zwei Frauen zögerten nicht.

Während eine den Notruf wählte, begann die andere mit der Reanimation. Zwölf Minuten lang presste sie seinen Brustkorb immer wieder zusammen, bis der Rettungsdienst eintraf. "Wäre diese Frau nicht gewesen, wäre ich nicht mehr hier", ist sich der Dresdner bewusst und möchte deshalb jeden dazu ermutigen, im Notfall einzugreifen.

Prüfen. Rufen. Drücken. Drei einfache Schritte können Leben retten. Und so geht's: Bricht jemand zusammen, sollte zuerst überprüft werden, ob die betroffene Person reagiert und noch atmet.

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Anschließend den Notruf über 112 absetzen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Unverzüglich mit der Herzdruckmassage beginnen. Dafür kräftig und schnell in der Mitte des Brustkorbs - zum Beispiel im Takt des Lieds "Stayin' Alive" - drücken, bis Hilfe kommt.

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Polizist René Heinig (53) möchte die Leute ermutigen, im Notfall einzugreifen.  © Thomas Türpe

Dresdens Sicherheitsbürgermeister: "Lieber helfen und vielleicht etwas falsch machen, als gar nichts zu tun"

Dresdens Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka (54, CDU) unterstützt die Aktion.  © Thomas Türpe

"Es ist wichtig, den Mut zu haben. Lieber helfen und vielleicht etwas falsch machen, als gar nichts zu tun", appelliert Dresdens Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka (54, CDU), der die Aktion gemeinsam mit vielen Partnern aus Blaulicht-Organisationen, Krankenhäusern, Sport und städtischen Betrieben unterstützt.

"Das Entscheidende ist das Drücken. Denn bereits in den ersten fünf Minuten ohne Sauerstoff drohen irreversible Hirnschäden", erklärt Julia Fischer (47), Oberärztin am Herzzentrum Dresden.

"Und keine Sorge, wenn es knackst, weil Rippen brechen. Das passiert auch Profis und ist anatomisch bedingt", so Fischer.

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Tipp: Zum großen Lebensretter-Tag am 26. September im Kaufpark Dresden können Besucher von 10 bis 18 Uhr verschiedene Notfall-Stationen ausprobieren - von der stabilen Seitenlage bis zur Herzdruckmassage.

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