Strom und Wärme aus Hellerberge: Energieversorger sieht nur Vorteile für umstrittene Müllverbrennung
Dresden - SachsenEnergie will ab 2030 nahe Hammerweg (Hellerberge) jedes Jahr rund 145.000 Tonnen Müll verbrennen. Dabei sollen auch Strom und vor allem Wärme fürs Dresdner Fernwärmenetz erzeugt werden.
Zuletzt gab es jedoch Zweifel daran, dass die geplante Anlage "Ring30" ausgelastet und damit wirtschaftlich arbeiten kann - jetzt präsentiert das kommunale Unternehmen neue Zahlen und betont zudem Vorteile für die Verbraucher.
Noch in diesem Jahr soll sich der Stadtrat mit einem Entsorgungsvertrag befassen, den der Energieversorger mit der Stadt schließen will. Dabei ist vorgesehen, jährlich 80.000 Tonnen Abfall (vor allem Rest- und Sperrmüll) aus Dresden zu verbrennen.
Die restlichen 65.000 Tonnen sollen insbesondere aus Gewerbe- und Industriemüll kommen. Nach Auswertung des Abfall-Beratungsunternehmens Intecus fielen 2024 laut Geschäftsführer Jörg Wagner (58) allein in Sachsen 1,27 Millionen Tonnen Abfälle an, von denen 915.000 Tonnen in andere Bundesländer oder ins Ausland zum Verbrennen transportiert wurden.
Im Juni hatte das Wirtschaftsministerium in einem Schreiben auch mit Blick auf konkurrierende Anlagen in Sachsen-Anhalt Auslastungsprobleme befürchtet.
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Anwohner brauchen keine Sorge vor Müllgestank haben
Doch SachsenEnergie-Vorstand Axel Cunow (47) ist sehr zuversichtlich, die Anlage voll auslasten zu können und erklärt, warum sie für die Energiewende gebraucht werde: "Der Müll wird sowieso verbrannt. Die Frage ist nur, ob in Dresden oder anderswo."
Während andere Anlagen die Abwärme aber oft nicht nutzten, könnte Ring30 diese effizient ins Fernwärmenetz einspeisen und damit fossile Erdgasimporte in Höhe von 16 Prozent ersetzen, so Cunow. Damit könnten 120.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das mache über die Hälfte von Dresdens Dekarbonisierungsziel 2030 aus.
Für Verbraucher würden die Müllgebühren laut Cunow durch Ring30 nicht teurer. Fernwärme-Kunden würden sogar profitieren, da alle alternativen Optionen fürs Dekarbonisieren (wie etwa Wärmepumpen) teurer wären. Über Müll-Gestank bräuchten sich Anwohner zudem keine Sorgen zu machen, da die Anlage als geschlossenes System mit Unterdruck arbeite.
Segnet der Rat alles ab, könnte Ring30 auf der alten DDR-Müllkippe nahe Hammerweg, wo aktuell noch ein Umschlagplatz für Restmüll steht, ab 2027 gebaut werden. Aktuell prüft die Landesdirektion als Genehmigungsbehörde über 1300 Einwendungen von über 200 Personen.
Titelfoto: Bildmontage: Visualisierung: Schubert Horst Architekten, Holm Helis

