Strom abgedreht, Wasser weg: Dutzende Mieter in Dresden plötzlich ohne Dusche und Klo

Dresden - Plötzlich abgeschnitten: Zwei Wochen lang hing eine Warnung am Hauseingang, dann kappte der Energieversorger SachsenEnergie die Stromzufuhr zu einem Wohnhaus mitten in Dresden. Über 40 Mieter sitzen in ihren Wohnungen auf dem Trockenen.

Im gesamten Gebäude an der Conradstraße 2 im Dresdner Hechtviertel wurde am Dienstag der Strom abgestellt. Dadurch gab es kein Wasser mehr.  © Norbert Neumann

Duschen, Spülen oder der Gang zur Toilette sind unmöglich. Seit Dienstag um 10.30 Uhr kommt kein Tropfen Wasser mehr aus den Leitungen in der Conradstraße 2. Auch das Treppenhaus liegt im Dunkeln, Bewohner tasten sich mit dem Handylicht zur Wohnungstür vor. Im ganzen Haus herrscht Ausnahmezustand.

Tim Kern (25) war am Dienstagmorgen zu Hause, als ihn der Notstand im eigenen Zuhause überraschte: "Unsere Wasserpumpe ist im Keller und ohne Strom, es kommt kein Wasser in die Wohnungen", erklärt der Mieter.

Alexander Shulga (30) erfuhr via Handy durch seine Nachbarn vom Ausfall: "Ich habe mir dann Wasser fürs Klo vom Friedhof geholt und die Nacht bei einer Freundin verbracht", berichtet der Informatiker.

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Auch das Ehepaar Döhler wurde von der Situation völlig überrascht. Aus Görlitz angereist wollten sie eine Woche in der Wohnung ihrer verreisten Kinder verbringen. Und kamen schließlich zu dem Schluss: "Das hat so keinen Sinn, wir gehen ins Hotel."

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Die Mieter haben ihre Mietkosten ordentlich überwiesen und stehen doch ohne Wasser da.  © Norbert Neumann
Kochen, Waschen, Spülen: Tim Kern (25) hat im Supermarkt Wasser gekauft.  © Norbert Neumann
Im finsteren Treppenhaus sind die Mieter auf Handys und Taschenlampen angewiesen.  © Norbert Neumann

Strom soll am Mittwoch wieder fließen

SachsenEnergie versorgte mehr als 40 Mietparteien mit einem Trinkwasser-Anhänger.  © Norbert Neumann

SachsenEnergie begründet den radikalen Schritt, dem Haus den Strom abzuklemmen, als "Ultima Ratio". Seit Februar seien Mahnungen, Androhungen und schließlich die Sperrankündigung an die zuständige Hausverwaltung ("Treureal") gesendet worden, ehe der Strom dann tatsächlich abgestellt wurde.

Das Vorgehen sei gesetzlich geregelt: "Der Kunde muss sich mit mindestens zwei Abschlägen und einem Betrag von 100 Euro in Verzug befinden", berichtet Sprecherin Nora Weinhold (42).

Nach TAG24-Intervention am Mittwochvormittag ging plötzlich alles ganz schnell. Ein Sprecher der Hausverwaltung kündigte an, dass der Strom noch am selben Tag wieder angestellt werden würde.

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Übrigens: Im vergangenen Jahr wurden in Dresden in drei großen Wohnanlagen Stromsperrungen veranlasst: "In diesem Jahr mussten bis Ende März bereits fünf größere Wohnanlagen" vom Strom abgesperrt werden ...

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