Dresden - Der Vermisstenfall an der Kiesgrube Zschieren-Nord in Dresden bleibt weiterhin ungelöst: Die Polizei hat ihre Suche nach einer womöglich verunglückten Frau eingestellt! Der Einsatz eines Leichenspürhundes wird überprüft. Doch nach wie vor ist unklar: Gibt es überhaupt eine Vermisste?
Wie das Lagezentrum der Polizeidirektion Dresden am Sonntagmorgen gegenüber TAG24 erklärte, seien die "polizeilichen Maßnahmen" in der Kiesgrube ausgeschöpft, die Suche nach der Frau sei eingestellt worden.
Nun wird geprüft, ob in den kommenden Tagen trotzdem noch ein Leichenspürhund zum Einsatz kommen soll. Die Situation ist uneindeutig: Nach wie vor gebe es "keinen adäquaten Vermisstenfall", hieß es vonseiten der Polizei. Es ist also völlig unklar, ob sich überhaupt eine verunglückte Person in der Kiesgrube befindet!
Auslöser der Suchaktion waren am Ufer zurückgelassene, ordentlich zusammengefaltete Frauenklamotten. Diese waren am Mittwochvormittag von Badegästen entdeckt worden, die daraufhin die Beamten verständigten.
"Wir gehen davon aus, dass jemand ins Wasser gegangen und nicht wieder rausgekommen ist", hieß es am Abend. Ein Spürhund hatte die Beamten nach dem Abschnüffeln der Klamotten in Richtung Wasser geführt.
Kiesgrube Zschieren-Nord: Gibt es überhaupt eine Vermisste?
Doch mittlerweile wird dieser Ablauf hinterfragt. Mehrere Tage waren Polizei und DLRG an und in dem Gewässer im Einsatz, mit Sonargeräten ausgestattete Rettungstaucher durchschwammen die Kiesgrube in Zschieren. Außer den Klamotten keine Spur einer verunglückten Person.
Wie TAG24 vor Ort beobachten konnte, trauten sich nach der beendeten Suche am Sonntagvormittag die ersten Badegäste wieder in das Wasser der Kiesgrube im Südosten Dresdens. An einem Baum war außerdem eine Übersicht angebracht worden, die zeigen soll, wie tief das Gewässer an jeder Stelle ist.
Seit 1981 wurde in Zschieren ein Kiestagebau betrieben. Drei der Abbaufelder wurden durch das Hochwasser im August 2002 überschwemmt, der Kiesabbau dadurch beendet. Zwei der drei Kiesgruben sind in einem trockengelegten Elbarm gelegen, bis heute kleine Seen und Teil des Landschaftsschutzgebiets "Dresdner Elbwiesen und -altarme".
Erstmeldung 10.05 Uhr.