Verwirrung um Polizeieinsatz: Was ist bei "Curry & Co." wirklich passiert?

Dresden - Hinter dem jüngsten Polizeieinsatz am "Curry & Co."-Imbiss in der Dresdner Neustadt stehen mehrere große Fragezeichen. Wie gefährlich war die Lage in der Louisenstraße wirklich und warum wird erst im Nachgang nach jenen Beteiligten gesucht, die am Freitagabend noch laufen gelassen wurden?

Am Freitag haben sich mehrere Personen aus dem linken Spektrum am "Curry & Co."-Imbiss in der Louisenstraße versammelt.  © Tobias Schmidt

In einem Zeugenaufruf sucht die Polizeidirektion Dresden weiterhin nach Hinweisen zu Personen aus der 30-köpfigen Gruppe, die sich am Freitagabend vor der Currywurst-Bude von Inhaberin Simone Meyer-Götz (45) versammelt hatte.

Warum die Einsatzkräfte nicht bereits an Ort und Stelle die Personalien aller Beteiligten aufgenommen hatte, erklärte ein Polizeisprecher am Montag gegenüber TAG24 damit, dass die Situation sonst "vermutlich eskaliert" wäre.

Aus diesem Grund wurden lediglich die Personalien von wenigen Einzelnen aufgenommen. Im Nachgang soll nun der Rest ermittelt werden.

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Aufgrund "unterschiedlicher Schilderungen" muss zudem noch geklärt werden, ob es sich überhaupt um eine Blockade des Ladens handelte, sagte der Polizeisprecher weiter. Gleichzeitig laufen aber bereits Ermittlungen gegen die Personengruppe aus dem linken Spektrum, unter anderem wegen Nötigung und Hausfriedensbruch.

Für PVP-Stadträtin Anne Herpertz (28) ergibt dieses Vorgehen keinen Sinn: "Warum die Polizei nahezu alle aus der Maßnahme gehen lässt, also offensichtlich keine Gefahr bestand, jetzt aber nach Zeugen sucht, um doch noch Personalien festzustellen, kann nur die Polizei selbst beantworten. Mit professionellem Verhalten nach Recht und Gesetz hat das alles nichts mehr zu tun."

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Für PVP-Stadträtin Anne Herpertz (28) ergibt das Vorgehen der Polizei in diesem Fall keinen Sinn. (Archivfoto)  © Eric Münch

Simone Meyer-Götz über Vorfall an ihrem Imbiss: "Können das nicht als harmlose Situation bezeichnen"

Als Reaktion auf die Graffiti-Attacke haben die "Curry-Schwestern" Simone (45, l.) und Susanne Meyer-Götz (49) ihren ganzen Laden verchromt.  © Stefan Häßler

Während Herpertz, selbst als Betreuerin einer aufgrund des Polizeieinsatzes spontan einberufenen Demo vor Ort, bereits auf die angebliche "Harmlosigkeit" der Situation vor Ort verwies, zeichnete Meyer-Götz am Montag ein anderes Bild.

"Wenn eine Gruppe gezielt vor unserem Geschäft erscheint, in und vor unserem Laden zum Boykott unseres Unternehmens aufruft und gleichzeitig ein Gespräch ablehnt, können wir das für uns nicht als harmlose Situation bezeichnen", sagte die stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzende gegenüber TAG24.

Die Imbiss-Inhaberin und Kommunalpolitikerin, die seit ihrer Brandmauer-Aussage in der TV-Talkshow "Fakt ist!" aus der linken Szene angefeindet wird, schilderte den Freitagabend aus ihrer Sicht.

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Demnach hätten einige Personen aus der 30-köpfigen Gruppe ihren Laden betreten und darin Zettel an die Kundschaft verteilt, worauf zum Boykott von "Curry & Co." aufgerufen worden sei. Meyer-Götz sei selbst vor Ort gewesen und habe das Gespräch mit den Störern gesucht. Ein solches hätten die Beteiligten jedoch "bewusst abgelehnt".

Vor dem Hintergrund der jüngsten Anfeindungen, im Zuge derer bereits ihr Geschäft mit Antifa-Parolen besprüht wurde, habe Meyer-Götz daraufhin die Polizei alarmiert: "Die Polizei hat uns gesagt, wir sollen anrufen, wenn etwas komisch ist."

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