Vor den Sommerferien wird Wasser abgelassen: Schwimmhalle Klotzsche vorm Aus?

Dresden - Die historische Schwimmhalle in Klotzsche (Baujahr 1935) ist maroder als von der Verwaltung befürchtet. Das bestätigt jetzt auch ein weiteres städtisches Gutachten, worüber Sportbürgermeister Jan Donhauser (57, CDU) die Stadträte informierte. Nun soll das Wasser abgelassen werden, um auch das Beckeninnere zu untersuchen. Erst dann wird sich zeigen, ob die Halle geschlossen oder noch gerettet werden kann.

Sportbürgermeister Jan Donhauser (57, CDU) bemüht sich um eine Lösung.  © 123RF/Petra Hornig

Die Bausubstanz der 90 Jahre alten Schwimmhalle ist dreifach überaltert. Teile der Lüftungsanlage stammen noch aus Vorkriegszeiten.

Donhauser informierte im Sportausschuss und bei einer Vor-Ort-Besichtigung über "Mängel am Becken und Tragwerk, zu denen unter anderem Betonabplatzungen, Rissbildungen sowie Korrosionsprozesse infolge von Chlorbelastung" zählen. Im Keller stützen Pfeiler das marode Becken.

Jahrzehntelang habe die Verwaltung eine grundlegende Sanierung verschlafen, kritisiert Stadtrat Robert Reschke (41, Team Zastrow).

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"Hut ab vor den Leuten, die hier noch arbeiten und alles dafür geben. So macht die Halle noch einen gepflegten Eindruck, aber den Verfall können sie natürlich nicht aufhalten."

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Die Halle macht einen gepflegten Eindruck, verfällt aber im Inneren immer mehr.  © Thomas Türpe
Mehrere solche Stützpfeiler sichern das Schwimmbecken von unten mit ab.  © privat

Schul- und Vereinsschwimmen müsste bei Hallen-Schließung auf andere Standorte ausweichen

Teile der Lüftungsanlage stammen noch aus Vorkriegszeiten.  © privat

Eine letzte Untersuchung des Materials (mit Bohrungen) soll nun Klarheit schaffen, ob und in welchem Ausmaß und mit welchen Kosten (im Raum standen zuletzt 3,8 Millionen Euro) die Halle überhaupt noch saniert werden kann.

Dafür wird das Wasser eine Woche vor den Sommerferien abgelassen.

"Sollte sich bestätigen, dass eine weitere Nutzung nicht mehr verantwortbar ist, werden frühzeitig alternative Lösungen für das Schul- und Vereinsschwimmen in anderen Dresdner Schwimmhallen umgesetzt", kündigt das Rathaus an.

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"Es gibt für Vereine und Schulen insgesamt zu wenig Kapazitäten", kritisiert Steffen Herzog (69) vom betroffenen Schwimmverein Weixdorf (120 Kinder und Jugendliche) und dem Stadtverband.

Folgen wären gravierend, sollte die Schwimmhalle geschlossen werden

Das Schwimmbecken wird auch von 21 Schulen und 10 Vereinen genutzt.  © privat
Die Halle sollte bis zum Bezug des Neubaus nutzbar bleiben: Vereinschef Steffen Herzog (68) vorm maroden Bestandsgebäude.  © Thomas Türpe

Sollte die Halle wie befürchtet längere Zeit oder für immer geschlossen bleiben, seien die Folgen gravierend. Auch weitere Wege an Ausweich-Standorte wie Bühlau oder Prohlis seien problematisch, dem Verein drohe schlimmstenfalls das Aus.

Neben der Sanierung will Donhauser auch den 2019 im Rat beschlossenen Ersatzneubau an der Königsbrücker Landstraße (mindestens 30 Millionen Euro) "weiter vorantreiben", für beide Projekte erneut Fördermittel beantragen.

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