Dresden - Wie können Kraftwerke und Anlagen der Energieversorgung bestmöglich gesichert werden? Experten diskutieren darüber heftig. Sie blicken dabei auch zurück: Am 13. September 2021 traf ein metallbeschichteter Luftballon eine neuralgische Stelle im Umspannwerk Dresden-Süd.
Es kam zu einem Kurzschluss. Infolgedessen fiel in Dresden großflächig der Strom aus. Das war kein Zufall, sind sich viele heute sicher.
"Der Vorfall am Umspannwerk hat nach unserer Einschätzung schon damals viele Fragen offengelassen. Dass ein einzelner, zufällig in unsere Anlage eingedrungener Luftballon einen solchen Kurzschluss auslöst, hat eine Wahrscheinlichkeit von unter eins zu einer Million, und wir haben noch nie vorher solche Luftballons in unseren Anlagen gefunden", sagt der Vorstandsvorsitzende der SachsenEnergie, Frank Brinkmann (59), im Gespräch mit TAG24.
Die Polizei untersuchte damals sieben Monate lang den Fall. Danach hieß es offiziell: "Die Ermittlungen haben keinerlei Anhaltspunkte dahingehend ergeben, dass der Ballon vorsätzlich in das Umspannwerk eingebracht wurde."
Öffentlich wurden danach aber Zweifel laut, weil Tage vor dem Vorfall vor Ort eine Drohne gesichtet worden war, die wohl eine Ballon-Kette transportierte.
SachsenEnergie-Boss will Spekulationen nicht befeuern
Als Boss von Ostdeutschlands größtem Versorger will Brinkmann Spekulationen aber nicht befeuern.
"Schlussendlich obliegt die Bewertung den zuständigen Behörden." Die bleiben bei ihrer Bewertung.
Das ergab eine Nachfrage von TAG24 beim sächsischen Innenministerium.
Brinkmann gewinnt trotzdem jeder politischen Debatte um die Terroranfälligkeit Deutschlands etwas ab: "Wir brauchen eine umfänglichere und rechtssichere Handhabe, unsere Anlagen zu schützen - der uns behindernde Datenschutz in seiner derzeitigen Ausprägung gehört sicher nicht dazu."