Wirbel um die Striezel-Tanne: Spitze fehlt & viele Löcher
Dresden - Als Dresdens Striezeltanne am Sonnabend gegen 18 Uhr auf dem Altmarkt aufgestellt wurde, war es stockfinster. Doch bei Helligkeit erscheint der Baum als völliger Fehlgriff: Stellenweise fehlen der 23 Meter hohen Nordmanntanne aus Pirna unzählige Zweige. Eine Spitze ist kaum zu erkennen. Die typische Pyramidenform fehlt, stattdessen blickt man auf ein buschiges, asymmetrisches Oval.
Vor vier Jahren erst sorgte eine kahle "Schandfichte" vor der Frauenkirche für Häme. Wird dieses Jahr der Striezelmarkt-Baum zur Zielscheibe für Spott?
Gegenüber TAG24 äußern sich Dresdner sowie Touristen kritisch.
"Die Tanne könnte pyramidenförmiger sein. Und sie hat keine richtige Spitze", sagt Tobias Hanisch (36), der sich den Baum in seiner Mittagspause anschaute.
Die Dresdnerin Anna Benedikt (27): "Man hätte lieber einen anderen nehmen sollen. Der hier sieht alles andere als ideal aus, er ist zu rund."
Ein Passant nennt den Christbaum unverhohlen "Krüppeltanne". Auch Touristen äußern sich negativ, so wie Jürgen Stimming (66) aus Nürnberg: "Ich habe andere Vorstellungen von einer Tanne."
Ähnlich sieht es das Mutter-Tochter-Gespann Sarah (37) und Regina (62) aus Niedersachsen. "Der Wuchs im unteren Bereich ist merkwürdig. Wir sind schönere Bäume gewohnt."
Ex Baum-Besitzer: "Als die Tanne mein Grundstück verlassen hat, war sie weniger kahl"
Im Vergleich dazu sehr versöhnlich klingt Heike Nowotny (64). "Der Baum ist hübsch, mal was anderes. Definitiv besser als der in Leipzig", sagt sie.
Rentnerin Anna-Maria Krones (76): "Das ist Natur. Die Weihnachtsbäume, die man für zu Hause kauft, sind auch nicht perfekt." Immerhin: Wenn es dunkel ist und die meisten Gäste über den 592. Striezelmarkt (öffnet am 25. November) schlendern, fallen die unschönen Stellen weniger auf als bei Tageslicht.
Aber es bleibt die Frage, warum der Baum so viele Makel hat. Spender Mario Paul (42) stellt klar: "Als die Tanne mein Grundstück verlassen hat, war sie weniger kahl."
Die typische Weihnachtsbaumform habe sie zwar nie gehabt, aber "es war dennoch ein prächtiger, dichter Baum. Er hat wohl beim Transport gelitten."
Auch er hofft, das "ärgerliche Endresultat" mit Deko zumindest teilweise retten zu können.
Auf TAG24-Anfrage erklärte sich das Rathaus dazu zunächst nicht.
Titelfoto: Steffen Füssel

