Dresden - Eine solch hohe Verspätung kommt auch im deutschen Personenverkehr eher selten vor: In der Nacht auf Montag musste der Zug "ES 452" eine achtstündige Zwangspause am Dresdner Hauptbahnhof einlegen. Das planmäßige Endziel wurde nicht erreicht.
Bereits auf seinem Weg von Prag nach Dresden hatte der "European Sleeper" ordentlich Verspätungsminuten gesammelt. Statt kurz vor 20.30 Uhr erreichte der Zug erst kurz nach Mitternacht die sächsische Landeshauptstadt.
Dort ging es zunächst nicht mehr weiter. Grund war eine Lokpanne, die in Tschechien aufgetreten war, wie das Unternehmen auf TAG24-Anfrage mitteilte. "Während der Fahrt nach Deutschland wurden mehrere Versuche unternommen, das Problem zu beheben, doch leider blieben diese erfolglos", erklärte eine Sprecherin.
Aufgrund von Geschwindigkeitsbeschränkungen infolge der technischen Probleme hätte der Zug bis zum Eintreffen einer Ersatzlok in Dresden verbleiben müssen.
"Da nur wenige geeignete Lokomotiven zur Verfügung standen, musste die Ersatzlokomotive aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet nach Dresden gebracht werden. Dies führte zu einer Verspätung von etwa zwölf Stunden in Dresden", so die Sprecherin weiter. Nach TAG24-Informationen kam die Ersatzlok aus dem rund 500 Kilometer entfernten Osnabrück (Niedersachsen).
"European Sleeper" bedauert "zutiefst" die aufgetretene Mega-Verspätung
Bereits lange nach Sonnenaufgang setzte der Nachtzug um 8.34 Uhr seine Reise über Berlin in Richtung Brüssel Midi fort. Jedoch endete er bereits vorzeitig in Amsterdam Centraal, um die Verspätung auf der Rückfahrt (ES 453) in Grenzen halten zu können.
"Wir bedauern zutiefst die Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten, die allen Fahrgästen entstanden sind, insbesondere denjenigen, die in Berlin und an anderen Bahnhöfen zugestiegen sind und auf den verspäteten Zug warten mussten", so das Unternehmen.
Man sei bestrebt, die betroffenen Reisenden im Einklang mit den geltenden Fahrgastrechten zu unterstützen.
Gemäß Verordnung der Europäischen Union kann ab 120 Minuten Verspätung am Zielort die Hälfte des Ticketpreises zurückverlangt werden. Bereits ab 60 Minuten Verspätung ist es möglich, die Reise abzubrechen und zum Startbahnhof zurückzufahren. In diesem Fall kann sich der volle Fahrpreis erstattet werden lassen.