Millionen-Umbau: DREWAG macht Heizkraftwerk zukunftsfit

Dresden - Innerhalb von wenigen Wochen verbaut die DREWAG 35 Millionen Euro im Kraftwerk Nossener Brücke. Zum ersten Mal seit zehn Jahren geht dafür nahezu die komplette Anlage vom Netz.

Prägt den ganzen Stadtteil: das Kraftwerk "Nossener Brücke".
Prägt den ganzen Stadtteil: das Kraftwerk "Nossener Brücke".  © Steffen Füssel

Ziel der Maßnahmen: Effizienzsteigerung und eine Galgenfrist für das Kraftwerk, dessen Ende absehbar ist.

"Es ist schon ein besonderes Jahr, zusammen mit der Corona-Krise sicherlich das anspruchsvollste seit Langem", sagt Axel Pechstein. Als Abteilungsleiter ist der 51-Jährige für die drei großen Dresdner Kraftwerke zuständig.

Seine wichtigste Aufgabe aktuell: Die "Nossener Brücke" bis mindestens 2035 am Leben halten.

Dafür wird seit Anfang Juni sprichwörtlich am offenen Herzen operiert. Lediglich eine Turbine produziert noch Strom, die Wärmeversorgung wurde komplett auf die Kraftwerke "Reick" und "Nord" ausgelagert.

Aktuell wird die komplette Leittechnik, das "Gehirn" des Kraftwerkes, ausgetauscht. Am 17. Juli kommt per Schwerlasttransport eine 40 Tonnen schwere und 17 Millionen Euro teure Gasturbine an, die drei Tage später eingebaut wird. Drei Getriebe werden erneuert, die Brennertechnik ausgetauscht.

Gleichzeitig wird auf Neues gesetzt. Die Turbinenschaufeln (Eisen, etwa 100 pro Anlage) wurden bisher gegossen. Zukünftig kommen sie aus dem 3-D-Drucker. Weltweit ist dies für vergleichbare Anlagen beispiellos. Der Vorteil: Noch müssen die 13.000 teuren Teile zwei Jahre im Voraus bestellt werden, bald geht das schneller.

Eine der drei großen Gasturbinen muss komplett getauscht werden.
Eine der drei großen Gasturbinen muss komplett getauscht werden.  © Steffen Füssel
Projektingenieur Martin Mallon (38) nimmt die alte Schaltanlage außer Betrieb.
Projektingenieur Martin Mallon (38) nimmt die alte Schaltanlage außer Betrieb.  © Steffen Füssel
Mechatronikerin Anja Werner (39) bei Montagearbeiten an den neuen Schaltschränken.
Mechatronikerin Anja Werner (39) bei Montagearbeiten an den neuen Schaltschränken.  © Steffen Füssel
Im Steuerungsraum laufen alle Informationen zusammen.
Im Steuerungsraum laufen alle Informationen zusammen.  © Steffen Füssel

Verbaute Getriebe werden zukünftig Vakuumgetrieben. Das reduziert Reibung und spart enorm Energie. Die Zusatzfeuerung kann demnächst auf kleinerer Sparflamme laufen. All dies verlängert die Lebenszeit des Kraftwerkes etwa bis ins Jahr 2040. Wie es danach weiter geht, ist noch unklar.

Titelfoto: Steffen Füssel

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