Nach mehr als 100 Jahren: Karl-May-Verlag soll verkauft werden

Von Heiko Nemitz, David Hammersen

Bamberg/Radebeul - Tradition trifft auf Veränderung: Der Bamberger Karl-May-Verlag sucht einen neuen Verleger. Geschäftsführer und Gesellschafter Bernhard Schmid (64) möchte rechtzeitig einen Nachfolger für den Familienbetrieb finden.

Karl-May-Verleger Bernhard Schmid (64) sucht einen Käufer für sein Familienunternehmen.  © Bildmontage: Karl May Verlag

Jedes Kind kennt diese Bücher: Mit dem grünen Einband, der goldenen Schrift und bunten Titelbildern zieren Karl Mays Werke wie "Winnetou" seit über 100 Jahren die Bücherregale.

Das Programm des Karl-May-Verlags besteht fast ausschließlich aus den Werken seines Namensgebers. Dabei soll es bleiben, nur unter neuen Voraussetzungen: Der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter Bernhard Schmid möchte den über hundert Jahre alten Familienbetrieb verkaufen. Zuvor hatte das "Manager Magazin" darüber berichtet.

"Karl May ist auch meine große Leidenschaft, und die fast 35 Jahre Arbeit dafür haben mir großen Spaß gemacht. Umso mehr will ich rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass unser Verlag in guten Händen eine sichere Zukunft hat", sagt Schmid.

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Sein Großvater Euchar Albrecht Schmid hatte den Verlag im Jahr 1913 in Radebeul mitgegründet, wo der Autor May von 1888 bis zu seinem Tod im Jahr 1912 lebte und arbeitete. Im Jahr 1960 zog der Verlag nach Bamberg. Enkel Schmid übernahm die Geschäftsführung 2007.

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Mit den Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand gilt Karl May zu den meistgelesenen Autoren der deutschen Sprache.  © Bildmontage: Karl May Verlag

Verlag soll im Sinne Karl Mays weitergeführt werden

Der Abenteuerschriftsteller Karl May gilt mit seinen Reiseerzählungen und den Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand zu den meistgelesenen Autoren deutscher Sprache. Leidenschaftlich hat Bernhard Schmid dieses Erbe verwaltet und modernisierend gepflegt. Bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet, will er frühzeitig sicherstellen, dass der Familienbetrieb eine sichere Zukunft in guten Händen hat.

Dem Börsenblatt sagte Schmid: "Ich möchte, dass der Verlag im Sinne Karl Mays weitergeführt wird." Dem Verlag gehe es finanziell gut, so Schmid: "Wir sind ein sehr gesundes Unternehmen." Wer wird es künftig weiterhin am Markt halten?

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