Das fruchtige Gold des Zwingers gibt's bald auch als Brotaufstrich

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Heidenau - Fast wie zu Zeiten Augusts des Starken: Nach vierjähriger Pause werden im Juni endlich wieder 80 Bitterorangen-Bäume den Zwingerhof schmücken. Die Früchte wurden vorab im März geerntet und zum ersten Mal in der Weinhandlung Blasewitz zu köstlichem Aufstrich verarbeitet - zu "Zwinger-Pomeranzen-Marmelade".

Weinhändler René Manzke (51) schneidet die Zwinger-Bitterorangen in hauchzarte Streifen.
Weinhändler René Manzke (51) schneidet die Zwinger-Bitterorangen in hauchzarte Streifen.  © Holm Helis

Inhaber René Manzke (51) steckt mitten in der "Marmeladen-Produktion". 50 Kilo Früchte haben die Zwinger-Bäume getragen, die in der Orangerie des Barockgartens Großsedlitz überwintern.

Wegen der Baumaßnahmen im Zwinger wurde das Winterquartier zum vorübergehenden "Zweitwohnsitz" für die 2013 in Italien gekauften Bäume. Sie lassen die Pracht von einigen Hundert Zitrusbäumen aufleben, die August der Starke anno 1710 von Italien nach Dresden bringen ließ.

"Die Früchte habe ich noch reichlich zwei Wochen nachreifen lassen", erklärt der gelernte Koch.

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Nun werden sie entkernt, in Sekundenschnelle mit scharfem Messer zu Streifen geschnitten, mit Weißwein (Weißburgunder) und Zucker aufgekocht und in 240-Gramm-Gläser gefüllt.

Nur die Kerne müssen raus - ansonsten wird die komplette Pomeranze verarbeitet.
Nur die Kerne müssen raus - ansonsten wird die komplette Pomeranze verarbeitet.  © Hom Helis
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Ab Anfang Juni ist der Aufstrich erhältlich

Fertig: René Manzke zeigt stolz zwei Gläser mit Bitterorangen-Marmelade. Das Etikett wird für die Zwinger-Edition noch überarbeitet.
Fertig: René Manzke zeigt stolz zwei Gläser mit Bitterorangen-Marmelade. Das Etikett wird für die Zwinger-Edition noch überarbeitet.  © Holm Helis

Manzke hat Routine, er verarbeitet seit 2007 auch die Großsedlitzer Bitterorangen. Diese Bäume werden nach den "12. Zitrustagen" (30. Mai) abgeerntet - dann rührt Matzke ein zweites Mal im großen Marmeladentopf, kocht weitere 50 Kilo Früchte.

Der leuchtend orange Aufstrich darf sich nicht Konfitüre nennen, sieht aber so aus. Feine Orangenstreifen durchziehen die Masse. "Der Aufstrich schmeckt nicht nur gut auf dem Brötchen, sondern passt auch wunderbar zu Käse", versichert Manzke.

Und in manch Glas steckt sogar ein Fünkchen Musik - der Dresdner Grammy-Preisträger Tino Piontek (46) alias Purple Disco Machine ist Pate eines Zwingerbaumes.

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Doch Genießer müssen sich noch etwas gedulden: "Ab Anfang Juni wird es den Zwinger-Aufstrich im Zwinger-Museums-Shop und im Café geben", sagt Schlösserland-Sprecherin Anita Radicke (39).

Etwa parallel startet der Verkauf in Großsedlitz. Preis pro Glas: 6,70 Euro. Natürlich gibt es das Pomeranzen-Gold auch beim Hersteller, in Manzkes Weinhandlung in der Justinenstraße.

Titelfoto: Holm Helis

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