Nach Rauswurf aus den BUGA-Planungen: Initiative kämpft für wilden "Nordpark"
Dresden - Das XXL-Projekt "MOMENTUM BUGA Dresden 2033" wurde wegen knapper Kassen eingedampft. Drei statt vier Kernareale sollen es werden: Der Proschhübel mit Hechtpark und St.-Pauli-Friedhof flog raus. Doch eine Initiative will den Dresdner Norden nicht abschreiben.
"Da hat sich in den vergangenen 35 Jahren eine hervorragende Wildnis ohne Menscheneinfluss gebildet", betont Mit-Initiator und Stadtrat Johannes Lichdi (62, fraktionslos). Die "Nordpark Initiative" will nun Hechtpark, St.-Pauli-Friedhof, Proschhübel, Carolapark, KGV Hellersiedlung und Trümmerberg Halde 1 als "Nordpark Dresden" verbinden.
"Die Leute sollen ihn als einheitlichen und erlebbaren Naturraum begreifen." Einfach ist das nicht: Neben den großen Straßen Hammerweg und Stauffenbergallee gelegen, ist der Proschhübel beispielsweise vom Hechtpark abgeschnitten.
Und die Straße "Zum Reiterberg" führt in einen Zaun. Ähnlich sieht es an der Magazinstraße bei der Feuerwehrwache aus, wo der Zaun ebenfalls leicht zu verschieben wäre. "Hier wollen wir auch Führungen anbieten."
Warum flog das Gebiet überhaupt aus der BUGA-Planung? Nach einer Machbarkeitsstudie prüfte die Stadt 2024/25 Eigentum, ÖPNV, Erschließung sowie Natur-, Wasser- und Denkmalschutz. Ergebnis: zahlreiche Restriktionen, schwierige Eigentumsverhältnisse am St.-Pauli-Friedhof und kaum Förderperspektiven.
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Lichdi macht deutlich: "Mir geht das so auf den Zeiger"
Auch finanziell sei es eng, heißt es aus dem Rathaus. Für die BUGA ging man zunächst von 232 Millionen Euro aus. Ursprünglich waren 5,8 Millionen Euro Fördermittel für Proschhübel, Hellerau, Prohlis und Ostragehege vorgesehen. Eine Förderzusage gab es nicht.
Lichdi sieht den BUGA-Ausschluss aber nicht nur negativ. "Wer weiß, was dann passiert wäre. Vielleicht was abgesperrt oder ein Eingangsbereich." Viel kritischer sieht er das "Totschlagargument 'Geld'".
"Mir geht das so auf den Zeiger, wenn damit gleich eine ganze Idee zerschlagen wird. Uns geht es darum, die Bevölkerung auf den Bereich zu sensibilisieren. Wir brauchen erstmal gar kein Geld."
Immerhin beschloss der Stadtrat im Januar, die Ideen "nach Maßgabe zur Verfügung stehender Mittel weiterzuverfolgen". Doch noch ist nichts geplant.
Viel mehr beschäftigt die Initiative allerdings gerade die Vision des Stadtrats, unmittelbar neben der Gedenkstätte ein Umspannwerk der SachsenNetze hinzubauen: "45 Meter davon entfernt, das ist unwürdig. Dann können wir den Gedenkort knicken."
Titelfoto: Fotomontage/Steffen Füssel/Ove Landgraf

