Dresden - Trotz Finanznot plant die Dresdner Verwaltung, bis 2031 knapp 256 Millionen Euro in Schulen zu investieren. Team Zastrow (TZ) und CDU fordern jetzt, die Schulpolitik neu auszurichten: Künftig sollen die knappen Mittel in die Bestandssicherung fließen und auf neue Schulstandorte oder Neubauten verzichtet werden.
Die Zahlen der Verwaltung sind alarmierend: Jede fünfte Schule und Sporthalle ist sanierungsbedürftig, Havarien könnten jederzeit zur Schließung führen. Jede siebte Schule und jede vierte Sporthalle weist zudem erhebliche Brandschutzprobleme auf.
Kaputte Toiletten, bröckelnde Fassaden, mangelnde Barrierefreiheit: Teils seien die Zustände in Dresdens Schulen unwürdig, mahnt CDU-Stadtrat Matthias Dietze (53). Man habe jetzt bereits einen Sanierungsstau von insgesamt bis zu einer halben Milliarde Euro. Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen müsse jeder freie Euro künftig in den Erhalt der Substanz gehen, ausgenommen die bereits zugesicherten Ausbauprojekte.
Mit einer Ausnahme der Ausnahme: Auf den geplanten Erweiterungsanbau der Gemeinschaftsschule Campus Cordis (Albertstadt) sollte verzichtet werden und die zehn Millionen Euro in die Bestandssanierung fließen.
Muss sich Dresdens Schulwesen von neuen Leuchtturmprojekten verabschieden?
An manchen Sanierungsprojekten könnten gegebenenfalls auch Schüler beteiligt werden, schlägt TZ-Stadtrat Steffen Große (58) vor. Eine gemeinsame schöne Gestaltung von Räumlichkeiten würde späteren Schmierereien und Vandalismus vorbeugen. Diese stellten ein Problem dar und verursachten unnötige Kosten.
Der im Raum stehende Neubau der 101. Oberschule an der Cockerwiese müsse zugunsten des Ausbaus am Standort Pfotenhauerstraße (Johannstadt) zur Gemeinschaftsschule aufgegeben werden.
Von neuen Leuchtturmprojekten oder Forderungen wie einer naturnahen Schulgelände-Umgestaltung müsse man sich aus finanziellen Gründen verabschieden, erklären TZ und CDU.