Dresdner Stadtrat streitet über Umgang mit rechtsextremer "Hochland Jugend"

Dresden - Sie verteilen verfassungsfeindliche Flyer, schüchtern Gegenspieler ein, ein (späteres) Mitglied soll sich 2024 am Angriff auf Europolitiker Matthias Ecke (43, SPD) beteiligt haben: Die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte "Hochland Jugend" (HJ) treibt am Stadtrand ihr Unwesen. Auf Antrag der Grünen diskutierte der Stadtrat am Donnerstag über die Jugendgruppe.

Im Dresdner Stadtrat wurde am Donnerstagabend über die "Hochland Jugend" (HJ) diskutiert.  © Thomas Türpe

Die Aktionen der etwa 15 HJ-Mitglieder seien keine Jugendstreiche, sondern ein Versuch, Angst zu säen, Raum zu erobern und ein Angriff auf unsere demokratischen Werte, mahnte Grünen-Fraktions-Chefin Katharina Ringler (35).

Sie lobte das Engagement des Bündnisses "Buntes Hochland", forderte den im Urlaub weilenden OB Dirk Hilbert (55, FDP) auf, einen Aktionsplan (mit Zielen, Maßnahmen, Finanzmitteln) zum Umgang mit der HJ zu entwickeln.

Zudem müsse die Rolle der Ortsvorsteherin Manuela Schreiter (53, WIR für's Hochland) geklärt werden, die ihrer Verantwortung bislang nicht gerecht geworden sei.

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Das BSW warnte vor einer Stigmatisierung des Hochlandes, sprach sich für eine Stärkung der Mittel aus, um Bedürfnissen von Jugendlichen gerecht zu werden. Die AfD prangerte eine "Hexenjagd" auf die Einwohnerschaft des Hochlandes an.

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Mitglieder der Hochlandjugend am Rande des CSD-Protests in Bautzen.  © xcitepress

Ortschaftsrat mahnt: Jugend des Hochlands darf niemals "Hochland Jugend" werden

Felix Stübner (37, CDU), der im Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig sitzt, berichtete im Stadtrat von seinen Erfahrungen im Hochland.  © Thomas Türpe

Es gehe nicht darum, eine ganze Region zu verurteilen, betonte Gastredner Felix Stübner (37, CDU), der im Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig sitzt.

"Die Jugend des Hochlands ist nicht die selbsternannte 'Hochland Jugend' und sie darf es auch niemals werden!" Er forderte Vereine, Schulen und Feuerwehren dazu auf, sich erstarkendem Extremismus zu widersetzen und ein Vorbild zu sein.

Laut Andreas Gremm (46, PVP-Gastredner), der die mobile Jugendarbeit vertritt, habe Dresden "stadtweit ein Problem mit nationalistischen, fremdenfeindlichen und queerfeindlichen Ausschreitungen von und gegenüber Kindern und Jugendlichen".

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"Wir schauen hin", so die SPD und sprach von Mut, den es brauche, um klare Kante zu zeigen. Die Linke will auch Menschen schützen, die sich entgegenstellen.

Hilbert-Vertreter Jan Donhauser (57, CDU) will den Ortschaftsrat erneut für Gespräche besuchen und kündigte an, ein "Papier zur Strategie" vorzulegen.

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