Dresden - Dresden erwartet Ausgleichszahlungen für das Deutschlandticket in Millionenhöhe. Doch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (54, FDP) lehnt weiterhin ab, das Geld für die Abwendung von Kürzungen im DVB-Netz zu nutzen. Stattdessen soll es in Infrastrukturprojekte gepumpt werden.
Ausgleichszahlungen sollen Einnahmeverluste decken, die den Verkehrsbetrieben durch das günstige Deutschlandticket entstehen. Für die Jahre 2024 und 2025 erwartet Dresden ein 10,5 Millionen Euro schwerer Geldsegen.
Einschnitte bei Bus und Bahn könnte man damit um zwei Jahre verschieben, bestätigt Stadtsprecher Daniel Heine (41) gegenüber TAG24. "Man hätte dann allerdings nicht zusätzlich investiert. Das Geld wäre verbraucht, ohne dass wir die Infrastruktur verbessert hätten."
Der OB wolle Mehreinnahmen vorrangig für die DVB-Infrastruktur nutzen, so Heine. Zumal mit 10,5 Millionen Euro weitere Fördermittel abgegriffen werden könnten - am Ende wären Investitionen in Höhe von 30,1 Millionen Euro möglich.
Wenigstens ein Viertel der Kürzungen könne mit einer Preiserhöhung des Bildungstickets abgewendet werden, die der Freistaat derzeit plant.
DVB-Vorstand warnt: "Angebotsrücknahmen werden Fahrgäste kosten"
Bleiben 5,5 Millionen Euro (insgesamt sollen die DVB 8,3 Millionen Euro einsparen), die weiterhin durch Streichungen im Angebot gespart werden sollen.
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (58) warnt: "Angebotsrücknahmen werden Fahrgäste kosten."
Hart geht Stadtrat Stefan Engel (34, SPD) mit dem OB ins Gericht. Hilberts Vorschlag sei "unausgegoren", weil Kürzungen bestehen bleiben.
"Eine Stadt, die sich BUGA und Fernsehturm leisten will, kann auch Bus und Bahn finanzieren", meint der Politiker.