Ganz viel Grün! So soll Dresdens neuer Klima-Stadtteil aussehen
Dresden - Neuigkeiten zum geplanten Klima-Stadtteil in der Leipziger Vorstadt! Auf weitgehend brachliegenden Flächen zwischen Altem Leipziger Bahnhof und Erfurter Straße will das Rathaus ein klimaschonendes Viertel errichten. Nun veröffentlichte Pläne enthalten kuriose Vorgaben.
Das Viertel soll weitgehend autofrei sein: Fahrzeuge werden in Parkhäuser an den Stadtteilrand verbannt, es soll keine Tankstellen und möglichst keinen Durchgangsverkehr geben. Doch das ist längst nicht alles.
Die am Montag veröffentlichten Vorentwürfe für die Bebauungspläne sehen einen ganzen Katalog an Klima-Regeln für künftige Bauherren vor. Schottergärten sollen verboten, Dachbegrünung verpflichtend sein. Selbst Mülleimer sollen laut Plan hinter Laubgehölzen oder Kletterpflanzen versteckt werden.
Zumindest feste fossile Brennstoffe sind ebenfalls tabu. "Die Verbrennung fossiler Brennstoffe für die Wärmeversorgung trägt im besonderen Maße zum menschengemachten Klimawandel bei", erklärt der Leiter des Stadtplanungsamts Matthias Lerm (61).
Bei der Wärmeversorgung setzt die Stadt auf Fernwärme, bei der Stromversorgung auf Solar: Auf mindestens 50 Prozent der Dachflächen sollen Solaranlagen installiert werden. Laut Lerm wird dadurch eine "langfristige Bezahlbarkeit der Energieversorgung in Gebäuden durch eine Stabilität der Energiepreise" gesichert.
Am Mittwoch will Verwaltung Pläne vorstellen
Davon abgesehen soll der neue Stadtteil grün aussehen und artenreich sein. Rund um die alte Schlachthofanlage entstehen Wohnbauten mit begrünten Innenhöfen, mittig verläuft ein "Grüner Boulevard".
Direkt am Schlachthof soll eine "Eventspange" mit Geschäften, Restaurants, Nachbarschaftshaus, Sportanlagen entstehen. Daran schließt laut Plan ein "Neuer Leipziger Park" an - derzeit grüne Brache, künftig artenreiches Erholungsparadies mit Wald-, Wiesen- und Spielflächen.
Auch dem Alten Leipziger Bahnhof soll Leben eingehaucht werden - hier ist aber weniger ein Wohn- als ein Künstler- und Gewerbeviertel geplant.
Am Mittwoch (18 bis 20 Uhr) will die Verwaltung die Pläne in der Aula des Gymnasiums Pieschen vorstellen. Bis 27. November liegen die Vorentwürfe außerdem öffentlich im Stadtforum, im Stadtbezirksamt Neustadt und online aus.
Die Stadt nimmt per Mail Stellungnahmen entgegen. Letztlich entscheidet der Stadtrat über die Pläne. Wann sie umgesetzt werden, hängt auch von anderen Faktoren ab - etwa davon, ob und wann Bauanträge gestellt und genehmigt werden.
Titelfoto: Bildmontage: KOPPERROTH Architektur & Stadtumbau PartGmbB mit Fabulism GbR und Station C, Thomas Türpe

