Ganz viel Grün! So soll Dresdens neuer Klima-Stadtteil aussehen

Dresden - Neuigkeiten zum geplanten Klima-Stadtteil in der Leipziger Vorstadt! Auf weitgehend brachliegenden Flächen zwischen Altem Leipziger Bahnhof und Erfurter Straße will das Rathaus ein klimaschonendes Viertel errichten. Nun veröffentlichte Pläne enthalten kuriose Vorgaben.

Rund 27 Hektar ist das Plangebiet groß.  © KOPPERROTH Architektur & Stadtumbau PartGmbB mit Fabulism GbR und Station C

Das Viertel soll weitgehend autofrei sein: Fahrzeuge werden in Parkhäuser an den Stadtteilrand verbannt, es soll keine Tankstellen und möglichst keinen Durchgangsverkehr geben. Doch das ist längst nicht alles.

Die am Montag veröffentlichten Vorentwürfe für die Bebauungspläne sehen einen ganzen Katalog an Klima-Regeln für künftige Bauherren vor. Schottergärten sollen verboten, Dachbegrünung verpflichtend sein. Selbst Mülleimer sollen laut Plan hinter Laubgehölzen oder Kletterpflanzen versteckt werden.

Zumindest feste fossile Brennstoffe sind ebenfalls tabu. "Die Verbrennung fossiler Brennstoffe für die Wärmeversorgung trägt im besonderen Maße zum menschengemachten Klimawandel bei", erklärt der Leiter des Stadtplanungsamts Matthias Lerm (61).

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Bei der Wärmeversorgung setzt die Stadt auf Fernwärme, bei der Stromversorgung auf Solar: Auf mindestens 50 Prozent der Dachflächen sollen Solaranlagen installiert werden. Laut Lerm wird dadurch eine "langfristige Bezahlbarkeit der Energieversorgung in Gebäuden durch eine Stabilität der Energiepreise" gesichert.

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Diese Visualisierung zeigt den Bereich nahe des Alten Leipziger Bahnhofs. Hier verlaufende historische Bahngleise sollen erhalten bleiben.  © Thomas Türpe
Aus der Brache soll ein modernes, klimafreundliches Wohnviertel werden.  © Stefan Häßler
Noch gibt es am Alten Leipziger Bahnhof keine Gedenkstätte für die im NS-Regime deportierten Juden, auch das soll sich ändern.  © Stefan Häßler
Um den Alten Schlachthof soll zukünftig eine "Eventspange" verlaufen.  © Stefan Häßler
Darf die Esso-Tankstelle an der Leipziger Straße bleiben? "Bestehende rechtmäßige Gebäude und Nutzungen genießen grundsätzlich Bestandsschutz", versichert das Rathaus.  © Stefan Häßler

Am Mittwoch will Verwaltung Pläne vorstellen

Matthias Lerm (61), Leiter des Amts für Stadtplanung und Mobilität.  © Thomas Türpe

Davon abgesehen soll der neue Stadtteil grün aussehen und artenreich sein. Rund um die alte Schlachthofanlage entstehen Wohnbauten mit begrünten Innenhöfen, mittig verläuft ein "Grüner Boulevard".

Direkt am Schlachthof soll eine "Eventspange" mit Geschäften, Restaurants, Nachbarschaftshaus, Sportanlagen entstehen. Daran schließt laut Plan ein "Neuer Leipziger Park" an - derzeit grüne Brache, künftig artenreiches Erholungsparadies mit Wald-, Wiesen- und Spielflächen.

Auch dem Alten Leipziger Bahnhof soll Leben eingehaucht werden - hier ist aber weniger ein Wohn- als ein Künstler- und Gewerbeviertel geplant.

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Am Mittwoch (18 bis 20 Uhr) will die Verwaltung die Pläne in der Aula des Gymnasiums Pieschen vorstellen. Bis 27. November liegen die Vorentwürfe außerdem öffentlich im Stadtforum, im Stadtbezirksamt Neustadt und online aus.

Die Stadt nimmt per Mail Stellungnahmen entgegen. Letztlich entscheidet der Stadtrat über die Pläne. Wann sie umgesetzt werden, hängt auch von anderen Faktoren ab - etwa davon, ob und wann Bauanträge gestellt und genehmigt werden.

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