Kultur-Streit um die Robotron-Kantine: Konsequenzen nach Gratis-Ausstellung gefordert

Dresden - Ärger um die Ausstellung "Produktive Unruhe", die bis Ende Juli in der Robotron-Kantine zu sehen war. Besucher konnten die Schau kostenlos besuchen, dabei wäre laut Entgeltordnung Eintrittsgeld fällig gewesen. Die CDU kritisiert das scharf.

Unsaniert und ohne WC: Die Schau fand in der Robotron-Kantine statt.  © Sebastian Kahnert/dpa

Die Ausstellung des Kunsthauses lief von Mai bis Juli und beleuchtete mit verschiedenen Werken das Spannungsfeld zwischen staatlich gelenkter Kunst und aufkeimender Alternativkultur im Dresden der 1980er-DDR-Jahre.

Gäste konnten sie kostenfrei besuchen. Dabei hatte der Stadtrat mit beschlossener Entgeltordnung für die städtischen Museen festgelegt, dass für Erwachsene (ohne Ermäßigung) acht Euro zu berechnen sind.

"Die Finanzlage unserer Stadt ist sehr angespannt. Auch im Kulturbereich müssen Budgets gekürzt und Einsparpotenziale realisiert werden", kritisiert CDU-Kultur-Stadtrat Mario Schmidt (51).

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Die Verwaltung erklärt auf Anfrage seiner Fraktion, es sei Ziel, die Entgeltordnung auch fürs Kunsthaus in der Robotron-Kantine anzuwenden.

"Gleichwohl sind aufgrund der baulichen Gegebenheiten und notwendigen Sanierungsmaßnahmen noch nicht die Bedingungen für Besucher hergestellt wie in öffentlich getragenen Museen in der Regel üblich", antwortet OB Dirk Hilbert (54, FDP). Die Entscheidung zum Verzicht auf Eintrittsgelder sei von der Leiterin des Kunsthauses getroffen worden.

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Die vom Kunsthaus veranstaltete Ausstellung "Produktive Unruhe" besuchten 9700 Gäste, ohne zu zahlen.  © Eric Münch
Christiane Mennicke-Schwarz (57) leitet das Kunsthaus.  © Eric Münch

Laut CDU-Rechnung 70.000 Euro Eintrittsgelder verloren

CDU-Kultur-Stadtrat Mario Schmidt (51).  © Thomas Türpe

Damit habe sich Christiane Mennicke-Schwarz (57) eigenmächtig über Stadtratsbeschlüsse hinweggesetzt, ärgert sich Schmidt und zweifelt an ihrer Eignung.

"Wer glaubt, Kunst und Kultur müssten durch die öffentliche Hand verschenkt werden, liegt falsch und es muss die Frage gestellt werden, ob eine solche Leitung die Zeichen der Zeit überhaupt erkannt hat."

Die Leiterin Mennicke-Schwarz kontert: "Der kostenlose Eintritt war eine Voraussetzung unseres Kooperationspartners, des Instituts für Auslandsbeziehungen, ohne die wir die Schau nicht hätten realisieren können."

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Laut Verwaltung traf die zehnwöchige Ausstellung mit gut 9700 Besuchern auf eine "überwältigend positive Publikumsresonanz". Das Budget betrug 123.000 Euro, neben Fördermitteln stellte das Kunsthaus 43.000 Euro Eigenmittel. Gemäß CDU-Rechnung gingen rund 70.000 Euro Eintrittsgelder verloren.

Für die ab Freitag geöffnete neue Ausstellung "Was tun wir. Bilder in Zeiten zerfallender Gewissheiten" zahlen Besucher wie vorgesehen acht beziehungsweise sechs Euro.

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