"Licht an!"-Beschluss: Frauenkirche und der Freistaat winken ab

Dresden - Mit Adventsbeginn sollen in Dresden die Lichter in der Altstadt wieder angehen. Der Mehrheitsbeschluss unter den 17 Stadträten im Ausschuss für Wirtschaftsförderung stößt allerdings auf ein geteiltes Echo.

Vom 1. Advent bis 2. Februar sollen markante Gebäude in Dresdens Altstadt wieder angestrahlt werden. Ob alle Eigentümer mitmachen, steht in den Sternen.
Vom 1. Advent bis 2. Februar sollen markante Gebäude in Dresdens Altstadt wieder angestrahlt werden. Ob alle Eigentümer mitmachen, steht in den Sternen.  © 123RF/noppasinw

Offenbar nicht jeder im Stadtrat kann sich für die von der FDP angeschobene Initiative "Licht an!" begeistern. "Es ist aus unserer Sicht ein verheerendes Signal an die Menschen, die sich seit Wochen solidarisch verhalten und Energie sparen", sagte Wolfgang Deppe (67, Grüne).

Hingegen sieht Linken-Fraktions-Chef André Schollbach (44) darin ein Hoffnungszeichen: "Nach den dunklen und traurigen Corona-Jahren sollten sich die Menschen in der Adventszeit wieder an der weihnachtlichen Beleuchtung unserer Stadt erfreuen können."

Doch nicht nur da. Auf Anregung seiner Fraktion wurde die Dauer der Beleuchtung vom 27. November bis Mariä Lichtmess (2. Februar!) ausgedehnt.

Linken-Fraktions-Chef André Schollbach unterstützt die "Licht an!"-Initiative der FDP.
Linken-Fraktions-Chef André Schollbach unterstützt die "Licht an!"-Initiative der FDP.  © Thomas Türpe

Freistaat kann mancherorts eingreifen

Ausschuss-Mitglied Torsten Schulze (52, Grüne) hält den Leuchten-Beschluss wie sein Parteikollege Wolfgang Deppe für fatal.
Ausschuss-Mitglied Torsten Schulze (52, Grüne) hält den Leuchten-Beschluss wie sein Parteikollege Wolfgang Deppe für fatal.  © Petra Hornig

Die Frage ist nun, wer mitziehen wird. Zwar könnte die Stadt "ihr" Rathaus und die Augustusbrücke anstrahlen lassen - sollte sie den Beschluss überhaupt umsetzen.

Die Frauenkirche wird nach dem Willen der sie tragenden Stiftung weiterhin dunkel bleiben. Auch der Freistaat kündigte für seine Immobilien wie Semperoper oder Schlosskirche an, dass ein Wiedereinschalten der Außenbeleuchtung bisher nicht vorgesehen ist.

Ausschussmitglied Steffen Kaden (CDU) hält es jedoch für denkbar, dass sich im Gespräch mit der Stadtspitze eine "Lösung" finden lässt. Denn der Wirtschaftsausschuss hat gleichzeitig OB Dirk Hilbert (51, FDP) beauftragt, auf Immobilieneigentümer und die Stiftung Frauenkirche einzuwirken.

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Dresden Politik SKD-Generaldirektorin Ackermann unter Beschuss: So viel Rückendeckung erhält sie vom Freistaat

Wer Licht macht, soll wegen des Konflikts mit der bundesweit geltenden Energiesparverordnung angeblich keine Sanktionen befürchten müssen.

Burkhard Beyer vom Sächsischen Energieministerium: "Der Gesetzgeber setzt auf Vernunft, Einsicht und Eigenverantwortung."

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/noppasinw/Thomas Türpe

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