Neues Opfer im Sexismus-Skandal? FDP-Parteichefin Maaß unter Druck

Dresden - Die Sexismus-Affäre bei Sachsens FDP zieht Kreise. Inzwischen soll sich eine weitere Betroffene bei den verantwortlichen Vertrauenspersonen gemeldet haben. Aber der Landesvorstand mauert.

Tino Günther (59, FDP) wird ein weiterer Fall unsittlichen Verhaltens zur Last gelegt: Wie ernst nimmt die FDP-Landesvorsitzende Anita Maaß (46) Sexismus in der eigenen Partei?
Tino Günther (59, FDP) wird ein weiterer Fall unsittlichen Verhaltens zur Last gelegt: Wie ernst nimmt die FDP-Landesvorsitzende Anita Maaß (46) Sexismus in der eigenen Partei?  © jmfoto/Jürgen, Thomas Türpe (Bildmontage)

Die Meldung soll nach verlässlichen Informationen bereits am Montag dieser Woche bei Martin Bahrmann (35) und Silke Müller (52), den Vertrauenspersonen innerhalb der sächsischen FDP, eingegangen sein.

Wie im ersten Fall geht es erneut um den inzwischen aus dem Landesvorstand ausgeschiedenen Tino Günther (59). Ganz vergleichbar zu dem bereits bekannt gewordenen Vorfall soll er eine Parteikollegin bei der Begrüßung unsittlich berührt haben.

Er selbst bestreitet die Tat. Ihm liege weder ein Name noch eine Meldung der Vertrauenspersonen vor, teilte er schriftlich mit. In dem zuerst bekannt gewordenen Fall hatte Günther die Tat eingeräumt und eine öffentliche Entschuldigung angekündigt.

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Die Landesvorsitzende Anita Maaß (46) wollte die Anzeige gestern nicht bestätigen.

Auf Anfrage teilte die Pressestelle der FDP lediglich mit: "Bitte gehen Sie davon aus, dass unsere Landesvorsitzende jegliche Vorwürfe von Diskriminierung in der Partei ernst nimmt und ihnen nachgeht."

Vorsicht, Grapscher! Die Tat als solche bestreitet Tino Günther nicht, Vorsatz schon.
Vorsicht, Grapscher! Die Tat als solche bestreitet Tino Günther nicht, Vorsatz schon.  © Getty Images/Peter Dazeley

Wie ernst das brisante Thema in der FDP tatsächlich genommen wird, ist fraglich. Bis Mitte der Woche war Maaß selbst noch als Vertrauensperson auf der Homepage genannt, obwohl sie das Ehrenamt mit der Wahl zur Landesvorsitzenden Ende vergangenen Jahres abgegeben hatte.

Inzwischen sind die Daten aktualisiert, allerdings endete der E-Mail-Link an die Vertrauenspersonen gestern zwischenzeitlich auf einer toten Seite. Ähnliches gilt für die Homepage der Bundes-FDP.

Auch dort war Maaß noch bis gestern als Vertrauensperson gelistet. Auf TAG24-Hinweis wurden die Daten mittlerweile ausgetauscht.

Titelfoto: jmfoto/Jürgen, Thomas Türpe (Bildmontage)

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