Rathaus Dresden plant Riesen-Hochhäuser gleich neben den Gasometern

Dresden - Bekommt Dresden eine neue Skyline? Rund um die historischen Gasometer in Reick könnten Riesen-Hochhäuser entstehen. Das triste Gelände der ehemaligen Gasanstalt soll sein Antlitz verändern.

Imposant ragt der von Hans Erlwein entworfene Gasspeicher in den Himmel. Rechts davon sind Überreste eines älteren Gasometers zu sehen. In einem dritten Speicher sitzt heute das Panometer.  © Norbert Neumann

Zwischen Großem Garten und Galopprennbahn ragt ein Industriedenkmal empor. Überbleibsel der früheren städtischen Gasanstalt prägen die Stadtsilhouette. Insbesondere der 68 Meter hohe Gasometer von Architekt Hans Erlwein (1874-1914). Wie lange bleibt das noch so?

Das Rathaus will genau hier zwei Hochhäuser mit 18 bzw. zwölf Geschossen hinstellen. Der 18-Geschosser soll laut Plan so hoch sein wie der Erlwein-Gasometer.

"Zusammen bilden die drei Hochpunkte ein Ensemble, das dieses Gebiet räumlich fasst und eine prägnante Silhouette verleiht", erklärt die Stadt. Die Hochhäuser sollen auch der Orientierung dienen, der Gasometer trotzdem sichtbar bleiben.

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Die Hochhaus-Idee ist Teil eines Rahmenplans zur Belebung der weitgehend brachliegenden Fläche (17,5 Hektar groß).

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Der Plan kommt aus dem Haus von Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).  © Thomas Türpe

Gegend soll außerdem begrünt werden

Laut Stadt befinden sich die geplanten Bauten (links) "in einer im Hochhausleitbild ausgewiesenen Eignungszone für Hochhäuser".  © Screenshot

Unter dem Namen "Innovationscampus an den Gasometern" träumt die Verwaltung von Hörsälen und Laboren im Erlwein-Gasometer und in der Gasometer-Ruine daneben, womöglich mit Parkdeck im Untergeschoss.

Die Gegend soll außerdem begrünt werden und der Naherholung dienen.

Doch welchen konkreten Nutzen erfüllen neue Hochhaus-Türme? Besteht kein Risiko, dass sie die Wirkung der denkmalgeschützten Gasometer beschneiden?

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Auf TAG24-Anfrage antwortete das Rathaus zunächst nicht. Die Vorlage aus dem Geschäftsbereich von Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) geht jetzt in den Gremienlauf. Das letzte Wort hat der Bauausschuss.

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