Streit um Vermietungen: Untersagt Dresden bald Ferienwohnungen?

Dresden - In Dresden wird der Wohnraum knapp: Ferienwohnungen für Touristen verschärfen das Problem. Die Stadtverwaltung will der dauerhaften Umwidmung von Wohnraum mit einer neuen Satzung Einhalt gebieten, wurde dazu auch vom Stadtrat beauftragt. Doch die Eigentümer-Lobby wehrt sich.

Etwa an der Louisenstraße werden zahlreiche Wohnungen dauerhaft an Urlauber vermietet.  © Norbert Neumann

Seit 2019 ist die Zahl der in Dresden angebotenen Ferienwohnungen kontinuierlich gestiegen, zuletzt wurden rund 2260 Ferienwohnungen angeboten.

"Damit geht Wohnraum verloren, der auf dem ohnehin angespannten Mietwohnungsmarkt dringend gebraucht wird", erklärt das Rathaus seinen Entwurf für eine "Zweckentfremdungsverbotssatzung", die den Trend umkehren soll.

Der Stadtrat soll demnach beschließen, Kurzzeitvermietungen von Wohnungen für mehr als drei Monate im Jahr sowie "spekulativen Leerstand" von über zwölf Monaten im gesamten Stadtgebiet zu verbieten. In einer Anhörung im Stadtrat gaben Experten jetzt Rückenwind.

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"Hunderte Menschen könnten profitieren", sagt Ole Starsinski (31) von der Leipziger Stadtverwaltung. Denn Leipzig hat schon eine solche Satzung, rund 200 Ferienwohnungen konnten damit zuletzt verboten, wieder dem regulären Wohnungsmarkt zugeführt werden.

Ein Verwaltungsvertreter aus München berichtete gar von 507 geretteten Wohnungen im vergangenen Jahr.

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Schlüsselboxen im Hauseingang lassen Ferienwohnungen vermuten.  © Norbert Neumann
Bei einer Expertenanhörung warb Sachbearbeiter Ole Stralinski (31) aus Leipzig für ein Zweckentfremdungsverbot.  © Thomas Türpe

Eigentümer-Lobby kritisiert Untervermietungen an Urlauber

Christian Rietschel (78) von Haus & Grund Dresden sieht den Verwaltungsentwurf kritisch.  © Thomas Türpe

Übrigens: Ferienwohnungen, die baurechtlich als solche genehmigt wurden, wären nicht von den Regeln betroffen. Dennoch äußerte der Vorsitzende des Eigentümervereins Haus & Grund Dresden, Christian Rietschel (78), starke Vorbehalte.

Zwar lehnt auch der Verein Ferienwohnungen in Wohnhäusern ab. Besonders kritisch seien Untervermietungen an Urlauber.

Doch "das Phänomen der Zweckentfremdung ist in Dresden nur eine sehr kleine Randerscheinung", ist Rietschel überzeugt.

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Eine Verbotssatzung sei "ein weiterer Schritt zu mehr Gängelung der Immobilieneigentümer", würde außerdem mehr Bürokratie und Verwaltungsaufwand verursachen, warnt er.

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