Dresden - Die Teilnehmerzahl steigt und plötzlich spielt der Dresden-Marathon in einer Liga mit New York, Boston und Berlin. Warum die 26. Auflage am 25. Oktober mit den Top-Events mithalten muss, verriet Dresdens Geschäftsführer Sebastian Zehe.
"Wir rechnen mit 500 bis 1000 Startern mehr als im Vorjahr", so Zehe. Klingt nicht viel. Aber! Es wären damit 15.500 Läufer. Allein wenn das 10.000-Mann-Feld der Halb- und Marathoni um 10.30 Uhr auf die Strecke geschickt wird, drohen Probleme auf der alten Route über die Marienbrücke.
"Wir müssen deshalb einen Schritt zurück im Zuge der Weiterentwicklung gehen", so der Organisator. "Der Start kehrt auf die Ostra-Allee zurück. Von da geht's vorbei am Zwinger zum Postplatz und über die Augustusbrücke."
Auf der Marienbrücke wurde es zu eng. Für das neue Startareal nutzten die Veranstalter das Know-how von den Top-Marathons wie New York.
"Einer von der Uni in Manchester plant deren Startphasen und jetzt unsere. Er berechnet genau, wie breit und in welchen Wellen wir starten dürfen."
Läufer sollen mehr Platz auf der Strecke und für persönliche Bestzeiten haben
Profiteure sind die Teilnehmer. Sie haben mehr Platz auf der Strecke und somit die Chancen auf persönliche Top-Zeiten ohne dem Vordermann in die Fersen zu rennen. Dies wird möglich, weil die Startphase in mehrere Blöcke aufgeteilt wird.
Zehe: "Vorn die Elite, danach nach Zeiten sortiert die Blöcke A bis F. Der Letzte wird 25 Minuten nach dem Startschuss auf die Strecke gehen. Das ist aber kein Problem, weil die Nettozeit genommen wird."
Heißt, erst wenn die Startlinie überquert ist, läuft die Zeit für jeden Teilnehmer bis ins Ziel - egal ob 10 km, 21,1 km oder über die 42,195 km. Die Zahl der Pacemaker wurde von 20 auf 39 erhöht.
Mit Yvonne van Vlerken (47) und Patrick König (38) sind die Marathon-Vorjahressieger am Start. Bisher dürfte aber als Favorit Marcel Bräutigam (39) bei den Männern gelten. Der Ilmenauer ist Deutscher Meister über 50 km und vielleicht kommt noch der eine oder andere Afrikaner.
Für den 42,195-km-Sieg winken maximal 9000 Euro. Dafür muss der Läufer auf Streckenrekord (2:10:00 h/Männer, 2:30:30 h/Frauen) laufen und Europäer sein.