Falscher Standort, Knöllchen ungültig: Anwalt entschärft Dresdens Superblitzer

Dresden - Seit Ostern blitzt es in Dresden gewaltig. Zwei neue mobile "Superblitzer" erfassen an ständig neuen Standorten Raser. Allein in der ersten Woche wurden 2500 Sünder erwischt. Reichlich Bußgeld fürs Stadtsäckel. Doch Obacht! Das Rathaus blitzt nicht immer korrekt. So entdeckte der Dresdner Rechtsanwalt Claus M. Kobold (63) Mängel am Blitzer-Standort Käthe-Kollwitz-Ufer.

Der Superblitzer in Aktion, laut Anwalt viel zu weit vom "Gefahrenort" weg.
Der Superblitzer in Aktion, laut Anwalt viel zu weit vom "Gefahrenort" weg.  © privat

Kurz hinterm Sachsenplatz Richtung Schillerplatz steht er seit Neuestem immer wieder mal in der 30er-Zone: der Enforcement-Trailer, kurz der "mobile Superblitzer" der Stadt.

"Damit sollen Gefahrenstellen gesichert werden", erklärt der Anwalt, der aber nun ein Blitzerfoto eines Mandanten zur Kontrolle vorgelegt bekam und sich den "Tatort" genau besah. Und der Jurist fand Mängel.

"Dazu muss man wissen, dass dieser Blitzer die Fahrzeuge schon einige Zeit vor dem Passieren des Gerätes erfasst", sagt Kobold, der feststellte, dass der Blitzer beinahe am Ende der 150-Meter-Zone aufgestellt war.

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Damit aber stand er so weit hinten, dass er die "Gefahrenzone", nämlich den Eingangsbereich des dortigen Altenheims, gar nicht erfasste.

Diese 30er-Zone am Käthe-Kollwitz-Ufer hat der Super-Blitzer immer wieder im Visier.
Diese 30er-Zone am Käthe-Kollwitz-Ufer hat der Super-Blitzer immer wieder im Visier.  © Ove Landgraf
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Knöllchen für Mandant ist hinfällig

Rechtsanwalt Claus M. Kobold (63) entdeckte Mängel am Blitzerstandort.
Rechtsanwalt Claus M. Kobold (63) entdeckte Mängel am Blitzerstandort.  © Ove Landgraf

Kobold weiter: "Dazu kommt, dass kein Autofahrer weiß, wo die Tempo-30-Zone endet. Eine Aufhebung ist nicht angezeigt. Das Verkehrsschild fehlt schlichtweg."

Diese Argumente legte er der Justiz vor, die den Fall inzwischen bearbeitete. Und siehe da: "Das Verfahren wird mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingestellt", heißt es jetzt in dem Schreiben vom Gericht.

Damit ist das Knöllchen für den Mandanten hinfällig.

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Ob die Stadt nun beim Aufstellen des Super-Blitzers genauer hinsieht? Für Betroffene gilt: Im Zweifel beim Anwalt prüfen lassen, ob das Knöllchen gültig ist.

Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf, privat

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