Übergabe an Karl Mays Todestag: Spazierstock und Zylinder sind wieder daheim

Dresden - Ein abgewetzter, schwarzer Zylinder und ein eleganter Spazierstock - beide modischen Accessoires gehörten einst dem berühmten Schriftsteller Karl May. An dessen gestrigem 111. Todestag wechselten sie ganz offiziell ihren Besitzer. Der Dresdner Dokumentarfilmer Ernst Hirsch (86) übergab die beiden Stücke aus dem Nachlass seines Vaters dem Radebeuler Karl May Museum.

Filmer Ernst Hirsch (86, l.) übergibt Museums-Chef Volkmar Kunze (68) Zylinder und Spazierstock.
Filmer Ernst Hirsch (86, l.) übergibt Museums-Chef Volkmar Kunze (68) Zylinder und Spazierstock.  © Thomas Türpe

Dort werden Zylinder und Stock nicht nur ausgestellt - sie werden auch wissenschaftlich untersucht.

"Leider haben wir keine Fotos, auf denen May mit Stock und Zylinder zu sehen ist", bedauert Museums-Geschäftsführer Volkmar Kunze (68). "Doch das könnte sich ändern. Denn wir haben von der Verlegerfamilie Schmidt aus Bamberg Ende 2022 eine Sammlung fotografischer Glasplatten erhalten. Etwa 1000 Stück, die Karl May oder seine Reiseziele zeigen."

Zwei Museums-Volontäre werden die umfangreiche Sammlung sichten und auswerten.

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Ein "Zylinderfoto" würde die mündliche Überlieferung von Ernst Hirsch untermauern: "Mein Vater hat Stock und Zylinder nach dem Tod von Karl May von dessen Anwalt Bernstein erhalten, in dessen Kanzlei er als Schüler oder ganz junger Mann als Laufbursche arbeitete."

Vielleicht trug Karl May den Zylinder auch an seinem Hochzeitstag - (auch) am gestrigen Donnerstag vor 120 Jahren versprach May seiner Klara standesamtlich die Treue.

Am pompösen Grab von Karl May legten am gestrigen Donnerstag Ex-Sammlungschef Hans Grunert (73, l.) und Museumschef Volkmar Kunze (68) Blumen nieder.
Am pompösen Grab von Karl May legten am gestrigen Donnerstag Ex-Sammlungschef Hans Grunert (73, l.) und Museumschef Volkmar Kunze (68) Blumen nieder.  © Thomas Türpe
Links: Das kraftvolle Frauenportät wird in der Ausstellung indigener Künstler zu sehen sein. Rechts: Ein Büffel aus der Sammlung von Martin Schulz.
Links: Das kraftvolle Frauenportät wird in der Ausstellung indigener Künstler zu sehen sein. Rechts: Ein Büffel aus der Sammlung von Martin Schulz.  © Fotomontage: Thomas Türpe

Das Museum hat noch mehr in Petto: "Im Juni werden wir eine Ausstellung eröffnen mit Arbeiten zeitgenössischer, indigener Künstler aus dem Volk der Zuni", verspricht Kunze. 230 Kunstwerke stellt der Privatsammler & international renommierte Gutachter Martin Schulz als Leihgabe zur Verfügung.

Titelfoto: Thomas Türpe

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