Wegen Corona explodiert die Nachfrage: Chip-Hersteller investiert 400 Mio. Euro in Dresden

Dresden - Globalfoundries zählt zu den Corona-Gewinnern! Das Unternehmen investiert knapp 400 Millionen Euro in seine Dresdner Chip-Fabrik, um die Produktion hochzufahren.

Auf diesen Siliziumscheiben werden die Chips gebaut.
Auf diesen Siliziumscheiben werden die Chips gebaut.  © Steffen Füssel

1,4 Milliarden Dollar (knapp 1,2 Milliarden Euro) sollen in diesem Jahr zu gleichen Teilen in die Fabriken nach Dresden, Malta (im US-Bundesstaat New York) und Singapur fließen.

In Dresden ist es das Ziel, bis 2022 die Produktion der Wafer (Siliziumscheiben, auf denen die Chips gebaut werden) um ein Mehrfaches hochzufahren.

"Wir wollen am Standort um den Faktor 2,5 wachsen – auf rund eine Million Waferstarts pro Jahr. Die Auftragslage gibt das her", so Manfred Horstmann, Geschäftsführer Globalfoundries Dresden.

Der Digitalisierungsschub in der Corona-Pandemie macht es möglich. Der Bedarf an Mikrochips für Computer, Smartphones oder Internetanwendungen wächst.

Ein Drittel der Investitionssumme wird von Kunden finanziert, die sich den Chip-Nachwuchs damit sichern wollen. Dazu kommen eigene und staatliche Mittel.

Der Dresdner Standort mit rund 3200 Mitarbeitern wird personell weiter wachsen. "Das wird damit einhergehen", so Unternehmenssprecher Jens Drews. Konkrete Zahlen stehen aber noch aus.

Geschäftsführer Manfred Horstmann (52): "Wir wollen am Standort Dresden um den Faktor 2,5 wachsen – auf rund eine Million Waferstarts pro Jahr."
Geschäftsführer Manfred Horstmann (52): "Wir wollen am Standort Dresden um den Faktor 2,5 wachsen – auf rund eine Million Waferstarts pro Jahr."  © Globalfoundries Dresden

Corona-Millionen sorgen für neue Hallen und neue Jobs bei Globalfoundries

Produziert wird in staubfreien Reinräumen.
Produziert wird in staubfreien Reinräumen.  © Globalfoundries

Baulich rechnet Horstmann bereits jetzt mit Erweiterungen: "Einen Teil der zusätzlichen Ausrüstungen können wir in unserem heutigen Reinraum unterbringen. Aber am Ende wird wahrscheinlich auch ein Anbau notwendig sein."

Globalfoundries geht für 2021 von einem Umsatzzuwachs von rund zehn Prozent aus. Das US-amerikanische Unternehmen gehört weltweit zu den größten Auftragsfertigern für Halbleiter.

Die Dresdner Chip-Fabrik ist mit einer Investitionssumme von mehr als zwölf Milliarden US-Dollar das größte und modernste Halbleiterwerk Europas.

Zukunftsschmiede Silicon Saxony

Globalfoundries in Dresden gehört zu den Corona-Gewinnern.
Globalfoundries in Dresden gehört zu den Corona-Gewinnern.  © Thomas Türpe

Es gibt sogar ein Silicon Valley im Elbtal: Der Begriff Silicon Saxony etablierte sich in der Region bereits vor der gleichnamigen Vereinsgründung im Jahre 2000 in Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley - den bekanntesten Halbleiter- und Computerstandort der Welt.

Das größte Halbleiternetzwerk Sachsens - "Silicon Saxony e. V." - versteht sich als Branchenverband der sächsischen Mikroelektronik-, Halbleiter-, Fotovoltaik- und Softwarebranche, die insbesondere im Raum Dresden, Freiberg und Chemnitz angesiedelt ist.

Mit rund 350 Mitgliedsfirmen, in denen etwa 40.000 Menschen beschäftigt sind, bezeichnet sich der Verein selbst als eines der größten Mikroelektronik- und IT-Cluster Europas.

Außer Unternehmen - wie Globalfoundries - gehören auch Forschungsinstitutionen wie die TU Dresden und Fachbereiche des Fraunhofer Instituts zu den Mitgliedern.

Titelfoto: Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0