Dresden - In Dresden wurde am Mittwoch erstmals ein "Zootier des Jahres" gekürt - und 2026 geht der Titel an den Kronenkranich! Die vom Aussterben bedrohte Vogelart lebte schon zu DDR-Zeiten im Zoo Dresden und ist auch der Lieblingsvogel von Zoodirektor Karl-Heinz Ukena (55).
Schließlich ist der Kronenkranich mit seiner goldfarbenen Federkrone und anmutigen Gestalt ein "richtig, richtig schönes Tier", findet Ukena. Die Heimat des Kronenkranichs ist Subsahara-Afrika, wo er als Glücksbote gilt - und vom Aussterben bedroht ist.
Mancherorts wird der Kronenkranich gejagt, als Deko gehalten oder dem Aberglauben geopfert. Menschen greifen in seinen Lebensraum in den afrikanischen Feuchtgebieten ein, verlegen dort Stromleitungen oder versprühen Chemikalien.
"Wir wollen Aufmerksamkeit auf bedrohte Tierarten lenken, die anders als zum Beispiel Gorillas kaum eine Lobby haben", sagt Sven Hammer (55), Direktor des Görlitzer Tierparks und Vize-Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP).
Bedrohte Arten werden seit zehn Jahren zu "Zootieren des Jahres" gekürt
Seit zehn Jahren kürt die ZGAP bedrohte Arten zu "Zootieren des Jahres" und sammelt bundesweit Zoo-Spenden für Artenschutzprojekte.
Dieses Jahr sollen 300.000 Euro zusammenkommen. Damit könnten etwa ein Geländefahrzeug und Motorräder bezahlt werden, die Artenschützer vor Ort gebrauchen können.
"Wir werden wie jedes Jahr 5000 Euro für den Schutz des Zootieres spenden", kündigt Karl-Heinz Ukena an.
Im Zoo machen ab sofort auch Schilder und Plakate auf den schönen, bedrohten Kronenkranich aufmerksam.