Von Sebastian Haak, Christian Rüdiger
Erfurt - An der Großbaustelle der Deutschen Bahn am Schmidtstedter Knoten in Erfurt ist eine entscheidende Phase angebrochen.
Ein riesiges Brückenteil wird aus der Verankerung gehoben. Anschließend würden Teile der Stahlkonstruktion von einem Ingenieurbüro auf etwaige Schäden untersucht, sagte der zuständige Projektleiter der Bahn-Gesellschaft DB InfraGO, Thomas Walter.
Beim Bau dieser Brücke im Jahr 1974 sei Stahl einer bestimmten Charge verwendet worden, die im Verdacht steht, anfällig für bestimmte Korrosionsschäden zu sein. Dieser Stahl sei auch in anderen Brücken im Osten Deutschlands eingebaut worden, unter anderem bei der Carolabrücke in Dresden. Diese Brücke war im September 2024 teilweise eingestürzt.
Die Bahnbrücke am Schmidtstedter Knoten in Erfurt wird in einem Stück mithilfe von 16 Pressen um etwa 1,40 Meter angehoben und dann von zwei Transportmodulen auf eine Behelfskonstruktion bewegt. Dafür wird die Brücke etwa 50 Meter weit gefahren. Sie wiegt nach aktuellen Angaben der Bahn etwa 1500 Tonnen. Bislang war die Bahn von einem Gewicht von etwa 1800 Tonnen ausgegangen.
Anstelle des bisherigen Brückenteils sollen Anfang September zwei neue Brückenteile eingebaut werden. Für die Arbeiten ist eine der wichtigsten Kreuzungen in Erfurt gesperrt worden.
Auch zwei Gleise des Hauptbahnhofs in Erfurt sind wegen der Arbeiten derzeit nicht befahrbar. Das Ausheben des bisherigen Brückenteils ist ein entscheidender Moment für die Arbeiten an dieser Großbaustelle.