Von den Nazis ermordet: Stolperstein erinnert an jüdischen Kaufmann

Erfurt - Wegen seines jüdischen Erbes hat Erfurt im vergangenen Jahr einen Welterbestatus bekommen. Nun erinnert ein erster Stolperstein an einen jüdischen Kaufmann, den die Nazis ermordeten.

Mit einem Stolperstein wird in Erfurt an ein jüdisches Leben erinnert.
Mit einem Stolperstein wird in Erfurt an ein jüdisches Leben erinnert.  © Jan Woitas/dpa

Der Stein wurde am Freitag im Rahmen des Deutschen Katholikentags gesetzt und erinnert an den jüdischen Kaufmann Karl Klaar, der in jener Straße wohnte und ein Geschäft betrieb.

Thüringens Landeshauptstadt, die wegen ihres jüdischen Erbes im vergangenen Jahr Welterbetitel erhielt, hatte erst vor wenigen Monaten den Weg für das Erinnern mit Stolpersteinen frei gemacht.

Nach Angaben der Stadt hatte Karl Klaar in der Trommsdorffstraße 5 einst die "Erfurter Tapisserie-Manufaktur Klaar und Schloss" betrieben. Seit 1930 wurde er in mehrere Heilanstalten eingewiesen und am 28. November 1940 von den Nazis ermordet.

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Die Steine, die auf der Oberseite kleine Messingplatten mit den Namen der Opfer tragen, werden vor den einstigen Wohn- und Arbeitsorten im Gehwegpflaster verlegt.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig (76) erinnert mit dem Projekt der Stolpersteine in mehreren Ländern an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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