Weihnachtspredigt von Erfurter Bischof: "Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben"

Erfurt - Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr (65) hat in seiner Weihnachtspredigt die Existenzberechtigung eines jeden Menschen hervorgehoben.

In seiner Weihnachtspredigt hat sich Erfurts Bischof Ulrich Neymeyr (65) für mehr Akzeptanz und Toleranz von allen Menschen ausgesprochen.
In seiner Weihnachtspredigt hat sich Erfurts Bischof Ulrich Neymeyr (65) für mehr Akzeptanz und Toleranz von allen Menschen ausgesprochen.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Die derzeitige Gesetzgebung zum Schwangerschaftsabbruch bewahre zwar noch die Fiktion, das Recht des ungeborenen Menschen auf Leben zu schützen.

"Die Wirklichkeit sieht aber anders aus", sagte der katholische Bischof laut vorab verbreiteter Predigt zum Festgottesdienst am ersten Weihnachtstag im Erfurter Dom. Schon ab dem dritten Kind müssten Eltern sich für eine Schwangerschaft rechtfertigen.

Pränatale Diagnostik habe sicher ihre hilfreichen Aspekte. Häufig führe sie aber zur Selektion ungeborener Menschen, denen eine Behinderung diagnostiziert werde, teilte der 65-Jährige mit.

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Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum assistierten Suizid öffne die Tür, dass schwer pflegebedürftigen Menschen die Existenzberechtigung abgesprochen werde.

"Auch durch die Todesstrafe wird Menschen die Existenzberechtigung abgesprochen", erklärte der Bischof. Er sei sehr dankbar, dass Papst Franziskus für die Lehre der katholischen Kirche entschieden habe, dass die Todesstrafe nicht nur abgelehnt, sondern auch weltweit bekämpft werde.

"Im Blick auf die Krippe hat jeder Mensch ein Recht zu leben", betonte Neymeyr.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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