Wenn Leichen zum Ausstellungsobjekt werden: "Körperwelten"-Messe in Erfurt

Erfurt - In Erfurt startet die Ausstellung "Körperwelten & Der Zyklus des Lebens" des Präparators Gunther von Hagens.

Die Ausstellung ist nicht ganz unumstritten.
Die Ausstellung ist nicht ganz unumstritten.  © Martin Schutt/dpa

Die am Dienstag eröffnete Schau ist nach Angaben des Veranstalters bis zum 1. Mai in der Zentralheize im alten Heizwerk der Landeshauptstadt zu sehen.

Anhand von Ganzkörper-Plastinaten können Besucher die Entwicklung des menschlichen Körpers und seine Veränderung im Lauf der Zeit nachvollziehen, teilten die Ausstellungsmacher mit.

So sei "Körperwelten" eine Schau, "die den Blick auf uns selbst und unsere Lebensweise nachhaltig verändert". Nach Angaben der Aussteller haben weltweit mehr als 53 Millionen Menschen Ausstellungen der präparierten Körper besucht.

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"Ich möchte zeigen, dass das Reifen ein ganz natürlicher Vorgang ist, den wir mit ein bisschen Mühe mitgestalten können. Dabei sollten wir auch immer ein Auge auf die Zukunft richten", rät Ärztin und Kuratorin der Ausstellung Dr. Angelina Whalley.

Zur Verfügung gestellt werden die in der Ausstellung gezeigten Plastinate vom Körperspende-Programm des Instituts für Plastination in Heidelberg. Dort sind inzwischen mehr als 20.000 Spender registriert.

Von Anfang an war "Körperwelten" umstritten. Kritiker sehen eine Schwelle überschritten, wenn Leichen zum Objekt morbider Schaulust werden.

In der Ausstellung wird der menschliche Körper in verschiedenen Lebensphasen zur Schau gestellt.
In der Ausstellung wird der menschliche Körper in verschiedenen Lebensphasen zur Schau gestellt.  © Marcus Arloth

Diesen Vorwurf weisen die Organisatoren zurück, sie verstehen die Schau als Wissensvermittlung und Gesundheitsaufklärung. Empfehlenswert ist die Ausstellung für medizinische Laien und Personen, die in den Bereichen Vorsorge und Gesundheit tätig sind.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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