Von Mona Wenisch
Frankfurt am Main - Rund 20.000 Iraner haben in Frankfurt für eine offene und freie Gesellschaft in ihrem Heimatland und gegen die Mullah-Regierung in Teheran demonstriert. Sie feierten den Oppositionspolitiker Reza Pahlavi (66), der zuvor in der Paulskirche im Namen des iranischen Volkes den Freiheitspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung entgegengenommen hatte.
Nach Angaben der Polizei zogen etwa 9000 Menschen friedlich durch die Innenstadt. Zu der anschließenden Großkundgebung im Ostpark versammelten sich laut Polizei insgesamt etwa 20.000 Unterstützer des Schah-Sohns.
Das waren deutlich weniger als die 30.000 Menschen, für die die Kundgebung angemeldet worden war. Die Versammlungen verliefen bis zum Nachmittag weitgehend friedlich und ohne größere Zwischenfälle.
Im Umfeld des Demonstrationszuges wurde in der Nähe der Konstabler Wache ein Mann festgenommen. Es habe einen Hinweis auf einen Livestream gegeben, in dem er Straftaten angekündigt haben solle, teilte die Polizei mit.
An einer Gegendemonstration gegen Pahlavi beteiligten sich laut Polizei nur wenige Menschen. Die Polizei sprach am frühen Nachmittag von etwa 20 Teilnehmern, die sich am Roßmarkt eingefunden hatten.
Die Demonstranten feierten den 66-Jährigen bei der Großkundgebung mit "Lang lebe der Schah"-Rufen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer führten die frühere iranische Nationalfahne mit einem Löwen in der Mittel aus der Zeit des Schahs mit sich. Andere zeigten Bilder Pahlavis mit der Aufschrift "Schah".
Hoffnung auf Freiheit im Iran
Pahlavi und seine Frau zeigten sich hinter einer durchsichtigen Scheibe auf der Bühne ihren jubelnden Anhängern. Eine Demonstrationsteilnehmerin sagte am Rande der Kundgebung: "Wir haben die Hoffnung, dass Iran frei wird". Man wolle keine reine Monarchie, sondern "es wie Europa machen".
Nach dem Ende von Pahlavis Rede, die er hauptsächlich auf Persisch hielt, verließen die ersten Demonstranten das Gelände. Es gab Sprechchöre: "Danke schön, Polizei".
Pahlavi ist ein Sohn des 1979 gestürzten Schahs und lebt im Exil in den USA. Er hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht, falls die seither regierende Staatsführung in Teheran stürzen sollte.
Von vielen wird er auch kritisch gesehen, schon wegen der monarchistischen Vergangenheit des Landes unter seinem autokratisch herrschenden Vater.
Erstmeldung vom 7. November, 11.44 Uhr, aktualisiert um 19.57 Uhr.