Umstrittene Netz-Skulptur an der Konstablerwache abmontiert: Kommt es zurück?
Von Jenny Tobien
Frankfurt am Main - Die umstrittene Netzskulptur in der Innenstadt von Frankfurt am Main ist abmontiert worden. "Das Kunstwerk wurde wie geplant für die Winterpause abgehängt", erklärte eine Sprecherin des Kulturdezernats.
Auf die Frage, wie es mit der bunten Installation weitergehen und ob diese im kommenden Jahr zurückkehren werde, hieß es: "Der Magistrat bewertet die Situation an der Konstablerwache und berät über das weitere Vorgehen."
Das Kunstwerk mit dem Titel "A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt" hing seit August über dem Platz in der Frankfurter Innenstadt.
Unter anderem die Kosten des 2,3 Millionen Euro teuren transparenten Gebildes von Künstlerin Janet Echelman hatten für Kritik in der Stadt gesorgt.
Kosten sorgten für Kritik - auch vom Steuerzahlerbund
Die Installation schaffte es sogar ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds. Dieser hält die Kosten für eine zeitlich begrenzte Installation für zu hoch und bezweifelt, dass das luftige Kunstwerk mit Lichtern und Leuchten den "eher trostlosen Platz" dauerhaft aufwertet.
Das 200 Quadratmeter große, rot-blaue Gebilde, das in sieben Metern Höhe über dem Platz schwebte, wurde am Montag und Dienstag abmontiert, um sicher und trocken gelagert zu werden.
"Der Grund für das Abhängen: Das Netz soll nicht Schnee und Eis oder zu starkem Wind ausgesetzt sein, auch die Gefahr der Bildung von Eiszapfen besteht", hieß es. Nach den ursprünglichen Plänen soll es - mit Unterbrechung im Winter - eigentlich drei Jahre hängen.
Mindestens zweimal hatte sich ein Vogel verfangen
Direkt zum Aufbau des Kunstwerks hatten sich Bürgerinnen und Bürger in den sozialen Medien aufgeregt. "Sinnlos", "hässlich", "lächerlich" waren häufige Vokabeln. Der Hauptvorwurf: "Geldverschwendung".
Die Stadt hätte besser ein Sonnensegel über den in der Hitze brütenden Platz gespannt, einen Brunnen installiert, Bäume gepflanzt oder Bänke aufgestellt, hieß es. Oder: Man könne darauf warten, bis tote Vögel drin hängen, wenn nicht Dosen oder Flaschen.
Tatsächlich hatte sich in den letzten Wochen mindestens zweimal ein Vogel in der Netzskulptur verfangen. Die beiden Tiere mussten jeweils von der Feuerwehr befreit werden.
Die Linke im Frankfurter Römer forderte nach dem zweiten Fall, das Kunstwerk nach der Winterpause nicht erneut aufzuhängen.
Titelfoto: Andreas Arnold/dpa
