Von Mona Wenisch
Frankfurt am Main - Es waren schlimme Szenen: Die Nacht der heftigen Ausschreitungen rund um die Zeil in ist dem Notfallsanitäter und Geschäftsführer des ASB Frankfurt auch einige Tage später noch sehr gut in Erinnerung.
In einigen Bereichen habe es sich sogar nach "kriegsähnlichen Zuständen" angefühlt, sagte Thomas Müller-Witte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Wirklich schlimm."
Er selbst war am Samstagabend im Einsatz, wie er schilderte. "Wir sind zu einer Vielzahl von Einsätzen gefahren, wo Menschen verletzt wurden, auch Unbeteiligte." Unter anderem hätten die Rettungskräfte auch eine Frau versorgt, die nicht an den Ausschreitungen beteiligt gewesen, aber von einem Stein am Kopf getroffen worden sei.
"An den Stellen, wo diese Krawalle in vollem Gange waren, da war mir schon ein bisschen mulmig", erinnert sich Müller-Witte. Er und seine Kollegen hätten natürlich Schutzkleidung und zusätzlich Helme getragen und so versucht, das Risiko zu minimieren. Es habe allerdings eine erhebliche Kampfstimmung in der Luft gelegen, erklärte er.
"Es war dunstig, es wurde viele Pyrotechnik abgebrannt, die Polizei hat großflächig Pfefferspray eingesetzt", erzählte der Notfallsanitäter zum Einsatz in Frankfurt. "Wir sind ausgestiegen und haben sofort gemerkt, es liegt Pfefferspray in der Luft." Es habe regelmäßig laute Geräusche, ähnlich Donnerschlägen gegeben, wenn Böller explodiert seien.
Einsatz bei Krawallen in Frankfurt laut Thomas Müller-Witte "in negativer Hinsicht eindrucksvoll"
Aus Sicht des Geschäftsführers sollte künftig geprüft werden, ob Sanitäter bei solchen Einsätzen Bodycams und Rettungsfahrzeuge Dashcams erhalten sollten. Mit Blick auf mögliche weitere Demonstrationen sagte er: "Wir werden unsere Leute noch mal expliziter darauf hinweisen, dass sie die Helme auf jeden Fall griffbereit haben im Fahrzeug."
Eigentlich mache er seinen Job seit 43 Jahren mit viel Enthusiasmus, sagte er. "Wenn man im Rettungsdienst tätig ist, erlebt man ja auch generell sehr viel." Der Einsatz am Samstag sei "in negativer Hinsicht eindrucksvoll" gewesen.