Von Bernhard Sprengel
Hamburg - Die Hamburger Polizei hat vor rund drei Monaten einen 13-Jährigen als mutmaßlichen Auftragsmörder festgenommen.
Das in Deutschland strafunmündige Kind sei anschließend an die niederländischen Behörden übergeben worden. "Auf Basis bisheriger Ermittlungen gehen wir davon aus, dass das Kind zuvor den Auftrag erhalten hatte, eine Person in Hamburg zu töten", teilte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Mia Sperling-Karstens, mit.
Die Behörde ermittele wegen des Verdachts der versuchten Anstiftung zu einem Tötungsdelikt gegen unbekannt. "Wir haben Hinweise darauf, wer das Opfer hätte sein sollen, können zum Schutz der laufenden Ermittlungen dazu aber keine Auskünfte erteilen", erklärte die Sprecherin weiter.
Der 13-Jährige aus den Niederlanden wurde im Juni in der Balduinstraße auf St. Pauli festgenommen. In den Niederlanden beginnt die Strafmündigkeit bereits mit der Vollendung des 12. Lebensjahres.
Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hatte die Mutter des Jungen ihren Sohn bei der niederländischen Polizei als vermisst gemeldet. Dem Bericht zufolge sollte das Kind ein Mitglied der Rocker-Vereinigung Hells Angels in Hamburg erschießen.
Konflikt im kriminellen Milieu
Hintergrund sei ein Konflikt im kriminellen Milieu. Auch die tödlichen Schüsse auf zwei Männer an der Lagerstraße auf St. Pauli am 1. September stünden damit im Zusammenhang.
An jenem Tag waren ein 47- und ein 33-Jähriger tödlich getroffen worden. Ein 48-Jähriger wurde zudem schwer verletzt. Er begab sich aber selbstständig in ein Krankenhaus.
Seit der Tat habe es in dem Verfahren keine Festnahmen gegeben, erklärte Sperling-Karstens. Zur Rolle des angeschossenen Mannes könne sie vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine Auskunft erteilen.
Zwei Tage nach der Tat hatte die Sprecherin mitgeteilt, es bestünden Anhaltspunkte für eine mögliche Auseinandersetzung im Milieu.