James Blunt gibt Konzert in Hamburg: Dann wird es auf einmal ganz still

Hamburg - James Blunt (50) hat am Freitagabend die Barclays Arena in Hamburg gefüllt – und dabei für den ein oder anderen Überraschungsmoment gesorgt.

Der britische Singer-Songwriter James Blunt (50) spielte am Freitag vor rund 10.000 Fans in Hamburg.
Der britische Singer-Songwriter James Blunt (50) spielte am Freitag vor rund 10.000 Fans in Hamburg.  © Fabian Lippke

Als der Singer-Songwriter vor zwei Jahren das letzte Mal auf genau dieser Bühne stand, war die Corona-Pandemie noch sehr präsent: Nur unter 2G+-Bedingungen und mit Maskenpflicht hatten sich seine Fans wieder zu einer Großveranstaltung getraut. Ein Gefühl, das in der nun ziemlich ausverkauften Arena längst vergessen schien.

Und noch etwas hat sich inzwischen geändert: Denn James Blunt begrüßte seine Fans mit dem tanzbaren Elektro-Song "Beside you" – der so ganz anders ist, als das, wofür der Musiker eigentlich immer stand: melancholische Wohlfühlballaden.

"Ich bin der Typ, der diese ganzen traurigen Songs gesungen hat", stellte er sich den Hamburgern später aber vorsichtshalber noch mal vor. "Ihr habt sie freundlicherweise gekauft und dann habe ich angefangen, fröhliche Lieder zu schreiben – bis ich Kinder bekam, dann kamen wieder die traurigen Songs", scherzte er. Aber im Kern steckt wohl auch einiges an Wahrheit darin.

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Denn in den folgenden eineinhalb Stunden spielte Blunt vor allem Songs aus seinem neuen Album "Who We Used To Be", mit dem er aus seinem Schmusesänger-Image auszubrechen versucht. In einer Mischung aus Up-Tempo-Liedern und tiefen Balladen singt er über das Leben und sehr persönliche Schicksalsschläge.

Für einen dieser Songs bat James Blunt dann auch das Publikum, sich hinzusetzen. Am Klavier spielte er "Dark Thought" für die verstorbene Schauspielerin Carrie Fisher (†60), die zu seinen engsten Freundinnen gehörte. "Du hast mich glauben lassen, dass du stark bist. Ich wünschte, du hättest mich angerufen und mir gesagt, dass etwas nicht stimmt", sang er, während eine Schwarz-Weiß-Aufnahme der beiden auf die riesige Leinwand geworfen wurde.

Und als Blunt mitten im Song für einige Sekunden innehielt und in die Menge schaute, blieb die gesamte Arena mucksmäuschenstill.

Vor "You're Beautiful" gab es eine Überraschung

Mit seinem Debütalbum "Back to Bedlam" schaffte es James Blunt 2005 an die Spitze der Charts.
Mit seinem Debütalbum "Back to Bedlam" schaffte es James Blunt 2005 an die Spitze der Charts.  © Fabian Lippke

"Ja, ich habe 'You're Beautiful' gesungen. Aber jetzt sende ich größere Botschaften", sagte Blunt zu seinem neuen Image. Und auch wenn der Sänger zunächst angekündigt hatte, an diesem Abend lediglich neue Songs spielen zu wollen ("Pech gehabt") durfte sein allergrößter Hit natürlich nicht fehlen.

Doch erst gab es noch eine Überraschung: Dann nämlich, als Blunt auf einmal von der Bühne sprang und durch die bestuhlte Arena joggte, um ganz am Ende einem Fan einen beherzten Kuss zu geben.

Ganz im Gegensatz zu dieser eher aufdringlichen Aktion kam "Your'e Beautiful" dann aber mit ganz viel Understatement daher. Nachdem Blunt wieder die Bühne erreicht hatte, ging ein ungemütliches Saallicht an, eine große Anzeige in der Arena warb auf einmal für Bushido und lenkte den Blick weit weg vom Künstler selbst. Mit zarten routinierten Töne schien der dabei eigentlich zu rufen: "Seht Ihr? Ich bin so viel mehr, als dieser Song!"

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Für James Blunt war es einer seiner letzten Auftritte dieser Tour in Deutschland.

Nach Konzerten in München, Köln und Berlin geht es für ihn nun noch nach Hannover (23. März, ZAG Arena) und im Sommer zu zwei Open-Air-Konzerten in Dresden (12. Juli, Junge Garde) und Lingen (28. Juli, Open-Air-Platz Emsland Arena).

Titelfoto: Fabian Lippke

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