95 Tiere innerhalb weniger Wochen ausgesetzt: Tierheim befürchtet weitere Fälle

Hamburg - Es ist ein leidiges, sich jährlich wiederholendes Thema: Haustierbesitzer setzten ihre einstigen Lieblinge zugunsten des großen Sommerferien-Urlaubes einfach auf der Straße aus. Auch in diesem Jahr befürchtet nun der Hamburger Tierschutzverein (HTV) eine erneute "Ausetzungswelle".

Auch die kleine Greta wurde vermutlich einfach ausgesetzt.
Auch die kleine Greta wurde vermutlich einfach ausgesetzt.  © Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

"Vor einem anstehenden Urlaub entledigen sich leider immer wieder verantwortungslose Menschen ihrer tierischen Familienmitglieder. Die Zahl der verlassenen und verstoßenen Tiere ist kurz vor Beginn der Hamburger Sommerferien wieder erschreckend hoch", hieß es jetzt in einer Mitteilung.

Die ersten vermutlichen Opfer - unglaubliche 97 Hunde, Katzen und andere Kleintiere - seien schon in den vergangenen Wochen aufgelesen worden.

Jedoch konnte nicht allen Tieren geholfen werden. "Für vier Katzen, drei Wellensittiche sowie zwei Haustauben kam sämtliche Hilfe zu spät: Sie verstarben noch auf dem Weg zur tierärztlichen Versorgung oder mussten trotz aller Bemühungen erlöst werden."

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Auch die kleine Greta wurde von ihrem Halter mutmaßlich ausgesetzt. Sie ist etwa ein Jahr alt und wurde am 23. Juni vom Hundekontrolldienst entdeckt.

"Versuche, sie einzufangen, endeten mit einem Feuerwehreinsatz, denn die Hündin flüchtete sich in einen Kanal." Die kleine Pinscher-Dame entwickele sich gut und könne an ein schönes neues Zuhause vermittelt werden.

"Wie in jedem Jahr machen wir uns auf mehr Tieraussetzungen während der Hamburger Sommerferien gefasst. Derzeit quellen vor allem unsere Hundestationen über und wir hoffen, dass sich dieser Zustand durch die Sommer-Aussetzungen nicht weiter zuspitzt", so die 1. Vorsitzende des HTV Janet Bernhardt.

Greta wurde in Hamburg vermutlich ausgesetzt

Niemand müsse seine Haustiere aussetzen. "Wer sein Tier aussetzt, nimmt dessen Leid oder sogar Tod in Kauf. Wer sein Tier nicht mehr versorgen kann oder möchte, sollte es zumindest an einem sicheren Ort wie unserem Tierheim abgeben."

Titelfoto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

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